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Wassersport Auch Stehpaddler schaffen es bis Bremen

Ulrike Krebs

Grossensiel - „Habt ihr auch alle eure Sachen eingepackt? Was liegen bleibt, findet sich morgen auf Ebay“: Mit viel Humor hat Moderator Michael Felsen die Zeit vor dem Start der 29. Weser-Tidenrallye überbrückt. Richtig voll war es da im Großensieler Sportboothafen auf den Stegen, an denen die Boote zu Wasser gelassen wurden. 390 Teilnehmer hatten sich diesmal zu dem Wettbewerb angemeldet, den der Landeskanuverband Bremen alle zwei Jahre ausrichtet.

Auf die Kanuten und Ruderer übt die Tidenrallye auf der Unterweser einen ganz besonderen Reiz aus. Denn hier müssen sie mit dem Gezeitenstrom paddeln. Einige Wassersportfreunde reisen daher sogar aus dem Ausland an.

Auch zwei Stehpaddler aus Köln waren am Sonnabend am Start und hielten tatsächlich wie das Gros der Teilnehmer bis zum Ziel in Bremen durch. Beim sogenannten Stand Up Paddling stehen die Sportler aufrecht auf einer Art Surfbrett und bewegen es mit einem Stechpaddel vorwärts.

Viele der Rallye-Teilnehmer sind „Wiederholungstäter“ und kennen sich untereinander.

Beliebter Trendsport

Kanufahren ist ein beliebter Trendsport. Ein gebrauchtes Kanu kostet etwa 200 Euro, für edlere Modelle sind auch schnell über 3000 Euro fällig, berichtete Uwe Nistahl, der zum ersten Mal die Organisationsleitung bei der Tidenrallye übernommen hatte Der Osterholz-Scharmbecker, der just am Sonnabend 59 Jahre alt wurde, zeigte sich erleichtert, dass der Start trotz des Großandrangs reibungslos ablief.

Die Tidenrallye ist eine Veranstaltung, die allen Spaß machen soll und bei der keine Hektik und kein Stress angesagt sind. Es gibt auch keine Siegerehrung, sondern für jeden Teilnehmer eine Medaille zur Erinnerung. „Ich fahre hier heute auch nur zum Vergnügen mit“, meinte beispielsweise der Besitzer eines schnittigen Carbon-Kanus. Es handelte sich um das Gewinnerboot des ambitionierten Hiddensee-Marathons.

Während die Teilnehmer ihre Startposition im Großensieler Hafenbecken einnahmen, trug der stellvertretende Bürgermeister Ulf Riegel sein Grußwort vor. Er überreichte Norbert Köhler, dem Präsidenten des Landeskanuverbands Bremen, einen Umschlag mit einem Obolus zur Finanzierung der 29. Weser-Tidenrallye.

Das Startkommando mit den Worten „Auf die Plätze, fertig, los! Viel Spaß und Safety first!“ übernahm dann der Schirmherr der Veranstaltung Andreas Vroom. Der Landessportbundpräsident aus Bremen konnte aufgrund einer Verletzung nicht selbst an der Tour teilnehmen.

Mit Absicherung

Zur Absicherung wurden auf der gesamten Strecke Begleitboote der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft mit auf den Weg geschickt. Die „Bremen 15“ war übrigens zum letzten Mal während der Tidenrallye im Einsatz. „Wer ihre Nachfolge antreten soll, ist noch offen“, sagte Norbert Nistahl, der auf dem Motorboot mitfuhr.

Das Silberziel der Rallyeteilnehmer befand sich nach 33 Kilometern beim Kanu-Club Rönnebeck. Nach insgesamt 44 Kilometern war das Goldziel beim Kanusportverein Tura Bremen an der Lesum erreicht.

Das Wetter hatte es gut mit den Wassersportfreunden gemeint. Der Starkregen am Morgen hatte kurz vor dem Start aufgehört, der anfängliche Wind bald nachgelassen. Bei Brake klarte es schon auf, und die Sonne ließ sich zwischendurch sehen.

Zu der 29. Weser-Tidenrallye gehörte auch ein Rahmenprogramm mit Vorfahrten auf der Weser, mit Fachvorträge und mit einem Besuch des Auswandererhauses in Bremerhaven.

Viele Helfer

Allein in Nordenham waren am Wochenende 20 freiwillige Helfer eingesetzt, in Rönnebeck und Lesum waren es jeweils genauso viele. „Ich habe mich wirklich wie ein kleiner Junge gefreut, dass alles so gut über die Bühne gegangen ist und alle so tatkräftig im Einsatz waren. Wir haben von vielen Teilnehmern ein positives Feedback erhalten. Das war ein ganz toller Geburtstag“, sagte Uwe Nistahl nach seiner rundum gelungenen Premiere als Organisationschef der Weser-Tidenrallye.

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