Hundsmühlen/Wesermarsch - Die D-Juniorinnen des TSV Abbehausen können nicht nur Fußball spielen. Nein, sie können auch viel schöner jubeln als so manche professionelle Sportmannschaft. Davon durfte sich die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Renate Lingor am Montagnachmittag auf dem Gelände des Dorfgemeinschaftshauses Hundsmühlen überzeugen. Und die hat immerhin 149 Länderspiele auf dem Buckel. Als sie die Siegermannschaft des erstmals vergebenen „Förderpreises für hervorragende Nachwuchsarbeit im Jugendsport“ der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg ehrte, waren die Abbehauserinnen aus dem Häuschen.
Vergeben wurden Preise für besonderes Engagement im Mädchenfußball. Der mit 3000 Euro und Pokal dotierte Hauptpreis für den Verein mit der besten Nachwuchsarbeit ging an den TSV Abbehausen. Den Mädchen des Wesermarsch-Vereins werde viel geboten, sagte Jürgen Müllender, Vorstandsmitglied der Öffentlichen.
Die D-Juniorinnen des TSV Abbehausen hatten die Jury, in der auch NWZ -Sportchef Otto-Ulrich Bals saß, mit ihrer Bewerbung beeindruckt. Unter anderem waren sie Einlauf- und Ballmädchen bei den Champions-League-Siegerinnen des VfL Wolfsburg. Außerdem nahmen sie am Gothia-Cup in Schweden teil und beteiligten sich an der Cold-Water-Challenge. Überdies unterstützt der Verein Kindergärten und Schulen bei Fußballprojekten.
Fußballcamps
Doch nicht nur die Abbehauser Mädchen durften jubeln. Platz zwei (2000 Euro) ging an die SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor. Auch die Umtriebigkeit des Vereins aus der Gemeinde Stadland hinterließ bei der Jury hochgezogene Augenbrauen. Den Mädchen werden viele Möglichkeiten geboten, ihrem Hobby nachzugehen und es zu genießen. Die SG bietet Fußballcamps an, ermöglicht den Kindern Fahrten zu Bundesliga-Spielen und kooperiert mit Grundschulen. Nicht ohne Grund ist die Jugendabteilung 2014 mit dem Sepp-Herberger Preis bedacht worden.
Die kreativste Bewerbung lieferten nach Ansicht der Jury die C-Juniorinnen des ESV Wilhelmshaven ab. Sie haben ein Video gedreht, dass die Mannschaft zeigt, wie sie ein Lied für ihre Trainer singt. Den Song haben die Mädchen selbst komponiert. Insgesamt hatten sich 34 Vereine mit 41 Einsendungen beworben.
Außerdem ehrte die Jury die besten Jugend-Trainer im Mädchenfußball. Hier geht der erste Preis – eine Trainerausrüstung und eine Reise zum DFB-Pokalfinale der Frauen im Mai 2016 – an Jann Beninga vom VfL Edewecht (Kreis Ammerland). Er hatte 2014 die Werbetrommel für den Mädchenfußball gerührt. Nach nur einem Jahr gibt es beim VfL Edewecht eine E- und zwei D-Juniorinnen-Mannschaften mit insgesamt 40 Spielerinnen.
Renate Lingor war als Schirmherrin der Aktion vom Engagement der Vereine tief beeindruckt. „Hier in der Region passiert etwas. Ich habe ganz tolle Ideen und Initiativen gesehen. Das gibt es nicht überall in Deutschland.“ Und weil ihr die Nachwuchsförderung am Herzen liegt, gab sie den Mädchen auch ein paar Tipps. „Das wichtigste ist, dass ihr Spaß habt, bei dem, was ihr macht. Man muss fleißig arbeiten und sollte immer auf den Trainer hören, wenn man erfolgreich sein oder sogar einmal weit nach oben kommen will.“
La Ola
Die rund 200 Nachwuchsfußballerinnen bedankten sich auf ihre Art: mit der La-Ola-Welle. Und selbstverständlich musste die ehemalige Ausnahmefußballerin anschließend minutenlang Autogramme schreiben.
Jürgen Müllender betonte, dass es für junge Menschen wichtig sei, etwas in Gemeinschaft mit anderen zu unternehmen. „Und das geht ganz toll im Sport.“ Der Preis solle diesen Gedanken fördern und zugleich als Dankeschön für Menschen verstanden werden, die dies in den Vereinen mit ehrenamtlicher Tätigkeit ermöglichen.
