Grüppenbühren/Bookhorn - Im gestreckten Galopp vom Pony springen, im Trab wieder rauf, vom Sattel aus eine Flasche vom Boden aufheben, mit dem Pony am Zügel über umgedrehte Eimer balancieren oder im Vorbeireiten mit einer Stange eine umgefallene Pylone wieder aufstellen: Für die „Grübis“ kein Problem. Ob sie ihre Geschicklichkeitsübungen zu Fuß oder vom Ponyrücken aus erledigen, das macht, so scheint es, für Lea Hoffmann (6 Jahre), Tammo Hoffmann (8), Tomke von Waaden (9), Birthe Zielke (10) und Alina Behrens (11) schon fast keinen Unterschied mehr.
Mounted Games (etwa: Spiele zu Pferd) heißt die Reitsportdisziplin, die in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, in Großbritannien aber schon den Charakter eines Nationalsports hat. Bei einem Schnupperlehrgang im Herbst 2017 haben die Nachwuchssportler des Reitervereins Feuer gefangen und sind unter der Leitung von Denise Oetjen – selbst erfahrene Mounted-Games-Teilnehmerin und Mitglied eines Teams in Achim – sofort ins Training eingestiegen. Und die Grüppenbührener machten ihre Sache so gut, dass es für zwei von ihnen gleich für eine WM-Teilnahme reichte: Gerade sind Tammo und Tomke von den „World Pairs“ in Dänemark zurückgekehrt.
Zwar reichte es dort vorerst in der U 12-Konkurrenz nur für einen dritten Platz im B-Finale, doch immerhin konnten die beiden mit ihren Ponys Prinz und Mogli bereits eines der Spiele gewinnen. „Sie waren auch mit Abstand die Jüngsten“, berichtet Tammos Mutter Anne Hoffmann, die früher selbst bis auf Bundesebene in Vielseitigkeitsprüfungen unterwegs war.
Die Eltern sind wohl ein Teil des Erfolgs der „Grübis“, die derzeit als einziges Team aus dem Landesverband Weser-Ems bei Mounted-Games-Ranglistenturnieren an den Start gehen. Das jedenfalls sei ihnen von den erfahreneren Teams so zurückgemeldet worden, erzählt Anne Hoffmann. „Es kam wohl noch nie vor, dass ein neues Team einfach so aus dem Boden gestampft wurde“, so die Bookhornerin. Von Vorteil sei sicherlich, dass fast alle Elternteile selbst aktive oder ehemalige Reiter sind. Aber auch das Miteinander stimme einfach.
Das ist nicht ganz unwichtig – schließlich verbringen die Familien während der Saison fast jedes Wochenende gemeinsam auf Turnierplätzen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Oder sogar im Ausland: Zum Saisonabschluss steht ein Wettkampf in Belgien an.
„Man braucht Eltern, die das finanzieren und auch zeitlich unterstützen wollen“, so Anne Hoffmann. Immerhin: Die Übernachtungskosten bleiben im Rahmen. Geschlafen wird in der Regel direkt neben den selbst abgesteckten Paddocks der Ponys im Wohnmobil oder im Zelt.
Unterstützung erhalten die „Grübis“ auch aus dem Verein: „Der Vorstand hat sofort zugestimmt, dass der Verein dem Mounted-Games-Verband beitritt, und die Kosten übernommen“, berichtet Anne Hoffmann. Auch das Fitnesstraining abseits des Pferderückens wird mit Bordmitteln organisiert: Eske Hoffmann und Beke Raschen, zwei Voltigiererinnen aus dem Grüppenbührener M**-Voltigierteam, machen regelmäßig Gymnastik und Krafttraining mit den fünf „Grübis“.
