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Pferdesport Ponyspiele machen Nachwuchs sattelfest

Grüppenbühren - Prinz schnaubt und legt den Gang ein. Als Lea Hoffmann (6) auf die vier roten Fahnen zureitet und die Hand danach ausstreckt, gibt der kleine Schecke, der aussieht wie Pippi Langstrumpfs „Kleiner Onkel“ im Miniaturformat, ordentlich Gas. Es scheint, als wüsste er, dass es beim Löwen-Team gerade um jede Sekunde geht. Von Müdigkeit keine Spur, obwohl das Pony am fünften von sechs Spieltagen der Ponyliga Oldenburg-Nord, der an diesem Sonntag beim Reiterverein Grüppenbühren stattfindet, doppelt so viel laufen muss wie die übrigen knapp 60 Ponys, die sich in und vor der Reithalle tummeln.

Prinz ist eigentlich das Pony von Tammo Hoffmann (7), Leas Bruder. Weil deren Pony Bella an diesem Morgen ein wenig gelahmt hat und die beiden Geschwister in verschiedenen Teams für den Reiterverein Grüppenbühren bei den Ponyspielen an den Start gehen, trägt Prinz ausnahmsweise beide Kinder abwechselnd durch die sechs Spiele, die es an jedem Spieltag in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren gilt.

Teamgeist ist alles

Bei den Ponyspielen hilft man einander – sei’s bei Pferdeengpässen oder auch, wenn jemand im Wettkampf abgesessen hat und den Sprung zurück auf den Ponyrücken nicht schafft. Dann gibt’s von einem Teamkollegen einen Schubs und weiter geht`s. Schließlich läuft die Zeit weiter – egal, was passiert.

Apropos Zeit: Genau zweieinhalb Jahre ist es her, dass Anne Hoffmann (33), Ausbilderin beim Reiterverein Grüppenbühren und die Mutter von Tammo und Lea, im Verein das erste Training für die Ponyliga angeboten hat. Insgesamt bis zu 25 Minuten brauchten die vier- bis zwölfjährigen Reiter damals noch, um jene sechs Spiele zu absolvieren, bei denen es vor allem auf Geschicklichkeit, Koordination und Gleichgewicht ankommt . „Inzwischen schaffen wir es in unter zehn Minuten“, erzählt Anne Hoffmann zufrieden.

Neben den „Löwen“ gehen aus Grüppenbühren seither in jedem Winterhalbjahr auch die „Ponys“ und die „Pandas“ an jedem Spieltag der Ponyliga an den Start. Jedes Team zählt vier Reiter. An die Konkurrenten aus Höven und Ovelgönne – beide Vereine sind schon seit vielen Jahren in der Ponyliga aktiv und erfolgreich – reichen die Grüppenbührener noch nicht ganz heran. Doch Anne Hoffmann ist mehr als überzeugt von der Disziplin: Man sehe den jungen Reitern auch beim Dressur- und Springreiten an, wenn sie bei den Ponyspielen Erfahrungen gesammelt haben. „Die sitzen alle extrem sicher auf dem Pferd und haben beim Reiten Übersicht“, sagt sie. „Wer mal mit 60 anderen Ponys in einer Halle geritten ist, passt auf, was um ihn herum passiert.“

Erste Sporen verdient

Zu den großen Vorbildern der Ponyspieler zählt Linus Richter (17) vom RV Höven. Er ist heute Trainer von zwei der fünf Hövener Ponyspiel-Teams und selbst in Springen und Vielseitigkeit erfolgreich. Auch er verdiente sich vor gut zehn Jahren auf dem Ponyrücken die ersten Sporen. „Man wird nicht nur teamfähig, sondern wird auch enorm sattelfest“, sagt auch er über die Ponyspiele, die mit Minimalausstattung auf dem nackten Pferderücken ausgetragen werden.

In zwei Wochen treten die 13 Teams der Ponyliga Oldenburg-Nord – dazu zählen neben den Teams aus Grüppenbühren, Ovelgönne und Höven noch die Ponyreiter aus Berne – in Ovelgönne zum Saisonfinale an. Danach beginnt für einen guten Teil der Reiter die reguläre Turniersaison: Dann tragen die Ponys wieder Sättel und die Teamsportler werden vorerst wieder zu Einzelkämpfern.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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