GRüPPENBüHREN - Vordergründig geht beim Reiterverein Grüppenbühren (RVG) alles seinen gewohnten Gang, doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die großen Vorhaben des Jahres bereits auf Hochtouren. Neben den beiden Dressur- und Springturnierwochenenden im Juni und der Vielseitigkeitskreismeisterschaft im August feiert der älteste Verein des Kreisreiterverbandes am 5. Juli mit einem großen Festakt sein 100-jähriges Bestehen.
1908 durch einige junge Landwirte gegründet, erlebte der Verein alle Höhen und Tiefen des Reitsports – besonders die beiden Weltkriege ließen das Vereinsleben zeitweilig zum Erliegen kommen. Der Pferdesportboom in den 70er-Jahren ermutigte die Verantwortlichen schließlich, 1976 auf der Anlage am Rande des Hasbruchs die erste Reithalle zu erbauen. Eine Rundhalle folgte 1993.
Heute beherbergt der Verein in seinen Stallungen 22 Pferde, davon sechs eigene, die für den Reit- und Voltigierunterricht zur Verfügung stehen. Turnier- und Freizeitreiter haben in Dressur und Springen die Wahl zwischen sechs Reitlehrerinnen, die an fünf Tagen pro Woche unterrichten.
Von den 142 Jugendlichen des insgesamt 348 Mitglieder starken Vereins stellen den größten Anteil 100 Voltigierer, unter denen sich sowohl die drei- und vierjährigen Mitglieder der „Minigruppe“ als auch mehrfache Teilnehmer an Deutschen Meisterschaften in der Einzel- und Mannschaftsdisziplin finden. Als einziger Verein im Landesverband Weser-Ems starten für den RV Grüppenbühren gleich drei Teams in den höchsten Leistungsklassen.
Teamgeist spielt beim RVG seit einiger Zeit auch im Dressursport eine besondere Rolle: Neben einer A-Dressur-Damenmannschaft vertritt seit dem vorigen Sommer auch eine reine Männermannschaft – in der hiesigen Reitsportszene ein Novum – die Farben des Vereins auf den regionalen Turnieren. Erst kürzlich konnte die Herrenequipe, die stets in gleicher Besetzung antritt, ihren ersten Sieg verbuchen.
Dass es den Grüppenbührener Pferdesportlern nicht allein an sportlichen Erfolgen gelegen ist, sondern auch der Freizeitwert des Vereinslebens genossen wird, zeigen gemeinsame Unternehmungen wie der inzwischen etablierte – ursprünglich als Jugendfahrt geplante – Kurzurlaub im Reiterhotel, an dem im vorigen Jahr ebenso viele Erwachsene wie Jugendliche, Reiter wie Voltigierer, teilnahmen. Eine neue Herausforderung für das Grüppenbührener „Wir-Gefühl“ steht bereits in zehn Wochen an: dann beginnt der Veranstaltungsmarathon, der alle Helferhände in Anspruch nehmen wird.
