Hude - „Man kann sich aus jeder Umklammerung befreien, man muss nur wissen, wie“, sagt Wilfried Lange vom Karate-Club Okinawa. Der Kampfsportler weiß, wovon er spricht: 2007 ist er Karate-Weltmeister geworden.
Im Zuge des Ferienspaßes zeigte er den Kindern und Jugendlichen in einem Karate-Schnupperkursus und in einem Selbstverteidigungskursus, wie man richtig reagiert, wenn es brenzlig wird.
„Am wichtigsten ist ein gesundes Selbstvertrauen“, erklärt der 54-Jährige aus Bad Zwischenahn. Der Blickkontakt oder die Körperhaltung eines Menschen würden viel über dessen Selbstvertrauen verraten, deshalb sei es nützlich, nach außen ein starkes Bild von sich selbst zu vermitteln: „Es ist normal, Angst zu haben, es geht darum, die Angst nicht zu zeigen“, sagt Lange zu den Kindern.
Mit seinem Programm S.A.F.E. (Safeguard–Against–Force-Extreme, zu deutsch: Sicher gegen Gewalt) vermittelt der Ex-Weltmeister einfache Techniken, Tricks und Kniffe, die helfen sollen, sich selbst zu behaupten. Entscheidend sei aber vor allem, Gefahrensituationen als solche zu erkennen und zu vermeiden.
Die Nachfrage nach Selbstverteidigungskursen sei in den vergangenen Monaten extrem gestiegen. „Seit den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht kommen immer mehr Menschen in die Kurse“, berichtet Wilfried Lange.
Tanja und Christian Richter haben ihre Töchter Jara und Johanna auch zu dem Kursus gebracht. „Es ist wichtig, dass die Mädchen etwas über Selbstverteidigung lernen“, sagt Tanja Richter. „Die müssen schließlich alleine zur Schule gehen.“
