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Schwimmen Ronald Horrmann ist Deutscher Meister

Halle/Nordenham - Diese Reise hat sich gelohnt. Der Schwimmer Ronald Horrmann vom SV Nordenham hat am Wochenende bei den 35. internationalen Deutschen Masters-Meisterschaften über die langen Strecken in Halle (Saale) den Titel über 200 Meter Brust auf der 50-Meter-Bahn geholt. Er gewann das Rennen der Altersklasse M 55 in 2:55,58 Minuten. Horrmann freut sich riesig über seine fünfte Deutsche Meisterschaft. „Schließlich bin ich mit null Erwartungen losgefahren.“

Zum Vergleich: Im September des vorigen Jahres hatte er die Strecke bei den Masters-Europameisterschaften im slowenischen Kranj im Freien in 2:56,95 Minuten zurückgelegt und Platz fünf belegt. „Normalerweise wird man ja im Alter nicht schneller, aber ich habe es geschafft“, sagt Horrmann vergnügt. „Allerdings darf man nicht vergessen, dass es doch ein Unterschied ist, ob man in der Halle oder draußen schwimmt.“

Gerade über die Bruststrecke sei der Einfluss des Windes nicht zu unterschätzen. Schließlich müssten die Schwimmerinnen und Schwimmer vor dem Armzug mit dem Oberkörper aus dem Wasser.

Nach den Worten seines Trainers Hans-Jörg Hadaschik hatte sich der positive Ausgang des Rennens schon in den Tagen zuvor angedeutet. Während des Trainings am Donnerstag habe er ein gutes Gefühl gehabt und geahnt, dass sein Schützling und Freund ganz vorne landen könne, sagte Hadaschik.

Gute Form

Auf der 25-Meter-Kurzbahn hatte Horrmann die 200 Meter in 2:49,35 Minuten zurückgelegt. Die Durchgangszeit an der 100-Meter-Marke betrug 1:21,25 Minuten. Horrmann erklärt, warum die Zeit auf der kurzen Bahn deutlich schneller war. „Es gibt mehr Wenden. Durch das Heranschwimmen an den Beckenrand und das anschließende Abstoßen kriegt man einen ordentlichen Schub. Die Geschwindigkeit steigt deutlich.“

Unabhängig davon hatte der Leistungstest eines gezeigt: Die Form stimmt, der Nordenhamer Ausnahmeschwimmer trat die Reise nach Sachsen-Anhalt mit seiner Ehefrau Dagmar bestens vorbereitet an.

Und als es ernst wurde, ließ der Brustspezialist nicht nichts mehr anbrennen. Die Durchgangszeit bei 100 Metern betrug 1:24,88 Minuten. Sein schärfster Rivale, Andreas Molitor (PSV Delphin 1889), lag schon eine halbe Sekunde zurück. Trotzdem zog Horrmann zog noch mal an. Er brummte dem späteren Silbermedaillengewinner letztlich einen Rückstand von fast anderthalb Sekunden auf. „An der letzten Wende habe ich mich zu seiner Seite eingedreht. Ich hatte ihn immer im Auge“, sagt Horrmann.

Der Zweitplatzierte war der einzige, der auch nur annähernd mit dem Nordenhamer mithalten konnte. Hinter Molitor klaffte eine zehnsekündige Lücke zum Drittplatzierten Ralf Souto Pinto Soares (SC Chemnitz).

Fleiß zahlt sich aus

Horrmanns Trainer Hadaschik ist begeistert. Der Fleiß seines Schützlings habe sich ausgezahlt. Er gebe im Training immer 100 Prozent, lobt der Trainer. „Ehrgeiz und Einstellung sind Garanten für den Erfolg, auch wenn Ronny nur zweimal pro Woche trainieren kann“, sagt Hadaschik. „Mein Trainingsansatz ist eher Old School“, meint Horrmann. „Aber wenn ich trainiere, versuche ich, das Maximale herauszuholen.“ Eine Einheit pro Woche im Kraftraum ergänzt das Wassertraining.

Horrmann betont vor diesem Hintergrund, dass der Titelgewinn keine Selbstverständlichkeit sei. „Ich schwimme in einem der stärksten Jahrgänge überhaupt. Da sind ganz viele Topschwimmer dabei, die gerade in der Jugend absolute Spitzenzeiten geschwommen sind.“

Zum Brustspezialisten habe er sich erst spät entwickelt, sagt er. Als junger Schwimmer sei er ein Allrounder gewesen, der sich auf den Lagen-Strecken zu Hause gefühlt habe. „Unser damaliger Trainer Roland Kanert hat uns vielseitig ausgebildet und schnell gemacht“, sagt er.

Nachdem Horrmann als Jugendlicher vom Leistungssport mit täglichen Trainingseinheiten Abstand genommen und eine Pause eingelegt hatte („Ich hatte keine Lust mehr, Kacheln zu zählen“), habe er bei seiner Rückkehr ins Becken feststellen müssen, dass ihm das Kraulen schwer falle. „Mir taten die Arme weh“, sagt er und lacht.

Im Brustschwimmen lief es dagegen prima. „Ich habe gleich meinen ersten Wettkampf gewonnen.“ Bestens aufgehoben fühlt er sich heute eigentlich auf den kürzeren Strecken – also 50 oder 100 Meter Brust.

Dass er aber auch über die 200-Meter-Strecke Medaillen gewinnen könnte, habe er erstmals bei den Europameisterschaften bemerkt. „Das hat mich schon überrascht“, gibt er zu. Jetzt ist er Deutscher Meister auf dieser Strecke und hat schon den nächsten Wettkampf im Blick: Vom 31. Mai bis zum 2. Juni steigen die Deutschen Meisterschaften über die kurzen Strecken in Karlsruhe. Und auch die Reise nach Baden-Württemberg soll sich für den Nordenhamer lohnen.

Wolfgang Grave
Wolfgang Grave Redaktion Nordenham (Lokalsport)
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