HAMBURG - Ludwig Ferneding, der die Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg zusammen mit Matthias Rieck-Göken trainiert, gab sich nach der 2:4 (0:2)-Niederlage (siehe Bericht auf Seite 18) beim Spitzenreiter Hamburger SV II pragmatisch: „Es nützt ja nichts: Wir müssen das Positive aus der Partie ziehen.“

Und Positives gab es durchaus: So hatte Christina Kokenge nach ihrer Bein-Operation im zentralen, defensiven Mittelfeld einen richtig guten Eindruck hinterlassen. „Sie hat unser Spiel beruhigt und zudem im Spielaufbau geglänzt“, lobte Ferneding. „Außerdem hat sie sich in der Mitte gut mit Nina Vaske ergänzt.“

Auszeichnen konnte sich auch Tanja Baumann – und zwar nicht nur, weil sie das erste Zweitliga-Tor der Cloppenburgerinnen erzielte. Die Mittelfeldspielerin war diesmal im Sturm zum Einsatz gekommen, da sich auch noch Lena Steenken (krank) abgemeldet hatte. „Uns gehen die Stürmerinnen aus. Da dachten wir, versuchen wir es mal mit Tanja Baumann im Angriff“, sagte Ferneding.

Und das Experiment glückte. „Die Kombination aus der spieltechnisch starken Tanja Baumann und der schnellen Andrea Mählmann hat es den Hamburgerinnen schwer gemacht“, freute sich Ferneding. Baumann habe ballsicher gespielt und mit ihrer Beidfüßigkeit für Gefahr gesorgt.

Die war ihr auch in der 47. Minute zugute gekommen. Nach einer Ecke hatte Kokenge den Ball an den Pfosten geköpft und Baumann aus dem Gewühl heraus zum 1:2 getroffen.

Ilka Feldhaus hatte in der 63. Minute ihre Kaltschnäuzikeit unter Beweis gestellt. Sie war alleine vor Jennifer Weber aufgetaucht und hatte die Hamburger Torhüterin umspielt, um anschließend zum 2:2 einzuschieben.

Einen guten Eindruck hat auch einmal mehr Innenverteidigerin Anna Klumpe hinterlassen. „Sie bringt Konstanz in unsere Abwehr“, lobte Ferneding. „Anna hat bisher in allen Partien stark gespielt.“

Dennoch konnte auch sie nicht verhindern, dass die Cloppenburgerinnen vier Treffer kassierten – und damit nach vier Partien schon zwölf Gegentreffer auf dem Konto haben.

So hatte Kathrin Patzke in der 32. Minute gleich zwei Cloppenburgerinnen aussteigen lassen, um anschließend unhaltbar für Dominika Wylezek zum 1:0 einzuschießen. Vor Patzkes zweitem Treffer hatte Sabrina Abramowski über den Ball gehauen, so dass die HSV-Torjägerin Problemlos einschieben konnte.

Auch dem dritten und vierten Hamburger Tor waren Cloppenburger Fehler vorausgegangen. Nach einem Freistoß in der 65. Minute hatte die gesamte BVC-Abwehr geschlafen, so dass Denise Lehmann nur noch den Kopf hinhalten musste. Drei Minuten später konnte Nina Brüggemann – die am ersten Pfosten gelauert hatte – nach einer Ecke zum 4:2 einschießen. „Da haben wir richtig schwach verteidigt“, ärgerte sich Ferneding. Auch mit diesen negativen Aspekten des Spiels werden sich die BVC-Verantwortlichen beschäftigen müssen. Besser soll es schon am kommenden Mittwoch laufen. Dann treffen die Cloppenburgerinnen um 20 Uhr in der OM-Arena im DFB-Pokalspiel der zweiten Runde auf Victoria Gersten.

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)