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Training für den Hamburg-Marathon Sonn- und Feiertage gibt es in der Vorbereitung nicht

Annette Kellin
Hinter dem Logo der Laufgruppe Sande verbergen sich Marion Stepanowicz , Thea Arnold, Sandra Foorden und Bianca Heinatz.

Hinter dem Logo der Laufgruppe Sande verbergen sich Marion Stepanowicz , Thea Arnold, Sandra Foorden und Bianca Heinatz.

Annette Kellin

Sande - Sie kennen weder Sonn- noch Feiertag, das Lauftraining muss weitergehen. Sandra Foorden und Bianca Heinatz wollen am 23. April beim Hamburg Marathon über 42,195 Kilometer antreten, Marion Stepanowicz will dort den Halbmarathon knacken. Thea Arnold begleitet die Gruppe als „moralische und lautstarke Unterstützerin“.

Für die Frauengruppe ist der Hamburg-Marathon keine Premiere. Gerade dieser Lauf birgt aber viel Suchtpotential, bekennen sie. „Die ganze Atmosphäre, man hat das Gefühl, die ganze Stadt ist im Marathon-Fieber, feiert die Läufer. Das ist ein Bad in der Menge, man wird über die ganze Strecke getragen. Das kann sich nur der vorstellen, der das mal erlebt hat“, sagt Bianca Heinatz.

Laufen als Ausgleichzum Job im Klinikum

Die 49-Jährige läuft seit rund zehn Jahren, braucht das zum Wohlbefinden zwischen den Anforderungen im Vollzeit-Job in der OP-Versorgung im Wilhelmshavener Klinikum und Familie. „Ich bin froh, dass meine Familie das so mitträgt, mein Mann motiviert mich sogar immer wieder“, sagt die Laufspezialistin, die auch Erfahrung mit Ultraläufen hat – „87 Kilometer – reine Kopfsache, der erste Hänger kommt nach 20 Kilometern, dann sagt der Körper eigentlich, ‚reicht jetzt‘ “, verrät sie.

Aber auch die Trainingseinheiten sind nicht ohne. In der Vorbereitung zum Marathon, die im Herbst letzten Jahres begann, wird vier Mal in der Woche gelaufen, zwei Mal geht es zusätzlich ins Fitness-Studio, „Sonst macht der Rücken nicht mit“, wissen die Frauen.

Das Laufband dort ist aber kein Ersatz für Wind und Wolken, sind sich alle einig. „Wir laufen immer draußen. Nur bei Glatteis bleiben wir zu Hause“, erzählt Sandra Foorden, die seit rund 15 Jahren regelmäßig die Laufschuhe schnürt.

Während in der Woche jeweils rund zehn bis 15 Kilometer in zügigem Tempo auf dem Programm stehen, wird es sonntags regelmäßig mehr – dann aber langsamer. Die Frauen laufen an solchen Tagen meist von Sande aus zum Pumpwerk nach Wilhelmshaven, treffen dort auf eine andere Laufgruppe und gemeinsam geht’s dann weiter. 30 Kilometer seien kein Problem. „Gerade die 30 Kilometer sind oft eine Kopfsache, die in der Gruppe deutlich besser geht“, sagt Sandra Foorden. Auf 200 Kilometer pro Monat kommt jede aus der Gruppe locker.

Halbmarathon-Zeitenunter zwei Stunden

Ein Zwischenziel war der Venloop, ein Halbmarathon in Venlo. Der Lauf ist ein viertägiges Event, alle vier gingen an den Start. Thea Arnold nahm die zehn Kilometer in Angriff (1:06:05 Stunden), die anderen den Halbmarathon. Foorden und Heinatz liefen gemeinsam in 1:50:14 über die Ziellinie, Stepanowicz finishte in 1:52:50 Stunden.

Arnold ist als letzte zu der Gruppe gestoßen. „Ich habe sie über Facebook gefunden, als ich auf der Suche nach einer Gruppe war, die mir helfen könnte, etwas schneller zu werden“, sagt die 57-Jährige. Das hat super geklappt, auch wenn sie weder Ambitionen zum Marathon noch für irgendwelche Preise oder Medaillen umtreiben. „Ich laufe, weil es mir Spaß macht und mich fit hält“, sagt die Rentnerin.

Immer gute Laune nach dem Laufen

Spaß – das ist ein Stichwort, das für die ganze Gruppe gilt. „Laufen bringt mich weiter, ich bekomme den Kopf frei und nach dem Laufen habe ich immer total gute Laune“, sagt Sandra Foorden. Die 55-jährige Büroangestellte wird schon kribblig, wenn mal ein Lauftraining ausfallen muss. Marion Stepanowicz schätzt es, dass sie beim Laufen die Schwierigkeiten des Alltags ganz einfach vergessen kann.

Und was ist mit Ernährung? „Keiner von uns ist der Ernährungspapst. Klar kommen gesunde Dinge auf den Tisch, und am Abend vor dem Lauf müssen die Kohlenhydrate stimmen. Aber eine Wissenschaft macht keiner daraus“, sind sich alle einig. Und Sandra Foorden ergänzt: „Klar ist aber auch: Wer läuft, darf auch mal sündigen. Das bleibt dann nicht so leicht auf den Hüften hängen.“

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