Aurich - Zwei Spiele, zwei komplette Gegensätze: Nachdem die Drittliga-Handballer des OHV Aurich am Mittwoch beim Spitzenreiter TuS Vinnhorst klar unterlagen, reisen die Ostfriesen an diesem Samstag (Anpfiff 19 Uhr) zum Schlusslicht HSG Nienburg. Das leichteste Spiel der Saison? OHV-Manager Ewald Meyer sieht das grundlegend anders: „Ich würde sogar behaupten, dass Spiele gegen Schlusslichter eher die schwersten des Jahres sind.“
Nienburg hat Relegation im Visier
Zumal es – anders als für die Auricher – für Nienburg noch um einiges geht. Gewinnt die HSG, könnte der Tabellenletzte zum Abschluss der Hauptrunde mit einem Sieg beim direkten Konkurrenten Flensborg noch auf den Relegationsplatz springen und dem direkten Abstieg entrinnen. „Dementsprechend haben wir eine Verantwortung gegenüber den anderen Teams im Tabellenkeller, auch wenn es für uns um nichts mehr geht“, weiß Meyer. In Nienburg erwartet Meyer vor allem einen spielstarken und wurfgewaltigen Rückraum, der die Ostfriesen fordern wird. „Nienburg hat generell eine gute erste Sechs“, sagt Meyer. „Auf der Bank wird es bei ihnen aber schnell dünn. Deshalb halten sie in vielen Spielen lange gut mit, brechen dann aber spätestens in der Schlussviertelstunde ein.“
Dieses Muster lässt sich auch auf das Hinspiel in Aurich anwenden. Bis zur 40. Minute (19:21) war die HSG in Aurich durchaus in der Nähe eines Punktgewinns, um dann am Ende doch deutlich zu unterliegen (27:34). Auch gegen Spitzenteams wie Braunschweig und Wilhelmshaven bewegte sich Nienburg zumindest eine Halbzeit lang auf Augenhöhe. Auf den traditionellen Einbruch der Gastgeber will sich Meyer aber am Samstag nicht verlassen. „Sie werden mit Blick auf die Tabellensituation ihre letzte Chance nutzen wollen. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“ Ausfälle hat der OHV derzeit nicht zu befürchten.
Anreise wohl mit Minikader
Trotzdem muss Trainer Pedro Alvarez die Auswärtsreise wohl mit einem Minikader bestreiten. Da die zweite Mannschaft des OHV, die in der Verbandsliga um den Aufstieg spielt, fast zeitgleich in Daverden gefordert ist, wird wohl kein Akteur aus diesem Team den Kader der „Ersten“ verstärken. „Weil es für unsere zweite Mannschaft noch um viel geht, hat ihr Spiel an diesem Wochenende vorrang“, sagt Meyer. Trotzdem sollte die Qualität der verbleibenden Spieler ausreichen, um auch mit knappem Aufgebot beim Schlusslicht zu punkten.
