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Handball-Krimi in Sandkrug C-Jugend der TSG steigt nach 25:24-Heimsieg in Oberliga auf

Erst große Spannung, dann riesiger Jubel: Die männliche C-Jugend der TSG Hatten-Sandkrug gewann das entscheidende Relegationsspiel gegen die HSG Verden-Aller knapp mit 25:24 und qualifizierte sich damit für die Handball-Oberliga.

Erst große Spannung, dann riesiger Jubel: Die männliche C-Jugend der TSG Hatten-Sandkrug gewann das entscheidende Relegationsspiel gegen die HSG Verden-Aller knapp mit 25:24 und qualifizierte sich damit für die Handball-Oberliga.

Michael Hiller

Sandkrug - Was für eine Dramatik! Mit einem 25:24 (14:11)-Heimsieg im entscheidenden Relegationsspiel gegen die HSG Verden-Aller hat sich die männliche C-Jugend der TSG Hatten-Sandkrug für die Handball-Oberliga qualifiziert. Die Partie in der neuen TSG-Sporthalle vor rund 100 Zuschauern war am Dienstagabend definitiv nichts für schwache Nerven – besonders die Schlussminuten wurden zum Krimi.

Die ausgangslage

Beide Teams gingen mit 2:2 Punkten in das letzte Spiel der Gruppe 4. Somit war klar: Der Sieger zieht direkt in die Oberliga, für den Verlierer geht es in einer zweiten Qualirunde weiter. Im Fall eines Unentschiedens hätte ein Siebenmeterwerfen für die Entscheidung gesorgt. „Wir wussten nicht, was auf uns zukommt, weil wir den Gegner vorher nicht gesehen hatten“, beschrieb Silas Linnemann die Ausgangslage. Er saß zusammen mit Grzegorz Goscinski, Michael Schäfer und Boris Bruns auf der TSG-Trainerbank. Neben ihnen: gerade einmal drei Wechselspieler.

Die erste Halbzeit

Von Anfang an standen sich zwei technisch gut ausgebildete Teams gegenüber, die ein hohes Tempo gingen. Die Gäste, die von ihren mitgereisten Fans lautstark angefeuert wurden, erwischten in der ersten Halbzeit den besseren Start. Über 4:2 (7. Minute), 6:4 (12.) und 7:5 (15.) lagen sie mehrmals mit zwei Toren vorne. Doch die Gastgeber konterten unter dem Jubel ihrer Anhänger. Lasse Jan Achtruth gelang mit einem Doppelpack zum 10:8 (21.) die erste Führung, die Ole Ernst auf 11:8, Elias Janssen (12:9) und schließlich Bent Luelfesmann zum 14:11-Pausenstand ausbauten.

Die zweite Halbzeit

Auch nach dem Seitenwechsel fanden die TSG-Angreifer gegen eine offensive Gäste-Abwehr immer wieder gute Lösungen. Auch die eigene Deckung mit Torhüter Nihad Dervise stand sicher. Zwar kam die HSG zunächst auf 14:13 heran, doch dann zogen die Hatter mit einem Zwischenspurt auf 19:14 (33.) und 20:15 (37.) davon. Der Sieg schien in dieser Phase nur noch Formsache zu sein. „Leider sind unsere Jungs nervös geworden“, bemerkte Goscinski. Verden kämpfte sich in einer wilden Aufholjagd nicht nur auf 20:19 (42.) heran, sondern ging zweieinhalb Minuten vor Schluss selbst mit 23:22 in Führung. Die TSG wackelte bedrohlich...

Die Schlussphase

In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse. Zweimal glich die TSG nervenstark zum 23:23 (Achtruth) und 24:24 (Ernst) aus. Im Gegenzug erhielten die Gäste einen Siebenmeter zugesprochen. 50 Sekunden Restspielzeit zeigte die Uhr an, als Nihad Dervisi zu seinem großen Auftritt kam: Er parierte den Wurf von Jann Rassmus Blatt. „Das war der wichtigste Siebenmeter in meinem Leben“, jubelte der TSG-Keeper später. Denn nach einer Auszeit spielten die Sandkruger ihren folgenden Angriff geschickt aus, Lasse Jan Achtruth traf cool zum 25:24. Die letzten elf Sekunden verteidigte die TSG-Abwehr mit Leidenschaft, ein Freiwurf von Verdens Söncke Holle nach Ablauf der Spielzeit prallte von der TSG-Mauer ins Aus. Der Rest war Jubel pur.

Das Fazit

„Wir haben es wirklich spannend gemacht“, atmete Silas Linnemann mit einem breiten Grinsen erstmal durch. Die Qualifikation für die Oberliga sei nicht wirklich zu erwarten gewesen: Nach Platz vier in der Landesliga hatte das Team fünf Spieler altersbedingt in die B-Jugend abgeben müssen. Dafür kam ein Akteur aus der D-Jugend hoch, von zwei Neuzugängen aus Westerstede war am Dienstag erst einer spielberechtigt. „Ansonsten sind wir alles Sandkruger, das ist uns wichtig und macht uns in der Oberliga vielleicht einzigartig“, vermutete Linnemann. Einzigartig dürfte aber auch diese schöne Geste seiner Mannschaft sein: Auf Wunsch der Spieler wird das Geld aus der Mannschaftskasse nicht für eine pompöse Aufstiegsfeier verwendet, sondern an die Elterninitiative krebskranker Kinder Oldenburg e.V gespendet.

Das Spielprotokoll

TSG Hatten-Sandkrug - HSG Verden-Aller 25:24 (14:11)

TSG: Nihad Dervisi – Cassian Gose, Paul Lukas Schmidt, Lasse Jan Achtruth (9/1), Bent Luelfesmann (4), Elias Janssen (4), David Putkow (1), Ole Ernst (6), Milan Schäfer (1), Henri Emil Claußen

Siebenmeter: TSG 2/1, HSG 4/2

Zeitstrafen: TSG 1, HSG 3

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)
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