Kozani/Oldenburg - Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben die Tür in die nächste Runde der European League weit aufgestoßen. Am frühen Freitagabend gewann das Team von Trainer Niels Bötel das Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde gegen den griechischen Vertreter Paok Thessaloniki mit 37:22 (18:10). Im Rückspiel an diesem Sonntag (16 Uhr) in der gleichen Halle in Kozani würde dem VfL eine Niederlage mit 14 oder weniger Toren Unterscheid zum Weiterkommen reichen. Der VfL hatte aus wirtschaftlichen und logistischen Gründen auf sein Heimspiel verzichtet.
Wenig Fans vor Ort
So sahen nur gut ein Dutzend mitgereiste VfL-Fans den neuerlichen Erfolg ihrer Grün-Weißen auf internationalem Parkett. Allerdings bekamen auch die in dieser Partie offiziell als Gast spielenden Griechinnen nur wenig Unterstützung von heimischen Anhängern: Nur etwa 60 Fans waren ins etwa 125 Kilometer entfernte Kozani mitgereist. Den Livestream auf dem Youtube-Kanal von Paok, den VfL-Geschäftsführer Andreas Lampe kommentierte, sahen zeitweise mehr als 600 Zuschauer. Die Youtube-Übertragung am Sonntag soll mit griechischem Kommentar erfolgen.
Gutes Tempospiel
Der VfL hatte nicht wirklich gewusst, was ihn erwartet – Paok hatte im Gegensatz zu den Oldenburgerinnen nach einem Umbruch im Sommer noch kein Saisonspiel absolviert und stellte eine Wundertüte für Coach Bötel dar. Es hieß, sich auf die eigenen Stärken konzentrieren – und das gelang. Nach vier Minuten führte der VfL schon mit 3:0. Die Griechinnen brauchten etwas, um ins Spiel zu kommen, verkürzten dann aber auf 2:3.
Doch dann zogen die Oldenburgerinnen auf 7:2 (9. Minute) davon und legten vor allem durch Tore durch den starken Rückraum um Lisa Borutta, Toni Reinemann, Paulina Golla und Merle Carstensen bereits den Grundstein für den Erfolg. Aber auch Kreisläuferin Lena Feiniler wurde ein ums andere Mal gefunden und schloss erfolgreich ab.
Paok verkürzte noch einmal auf 6:9 (15.), bis zur Pause zog der VfL aber auch 18:10 davon. „Die Abwehr steht gut, wir hatten eine kurze Schwächephase, aber das ist ok, das hat man immer mal. Wir sind gut wieder reingekommen“, bilanzierte Lampe die ersten 30 Minuten: „Man erkennt das Oldenburger Tempospiel.“
Die nach der Verletzung von Ariane Pfundstein reaktivierte Lisa-Marie Fragge rückte zwischenzeitlich in den Innenblock, um Reinemann ein wenig Pause zu geben. Genauso rotierte Borutta mal auf Rechtsaußen, um der dort spielenden Emilia Ronge Verschnaufpausen zu ermöglichen.
Bötel animiert
Den Start in die zweite Halbzeit verpatzten die Oldenburgerinnen etwas, nach Fehlwürfen und einer Zeitstrafe des VfL verkürzte Paok auf 12:18. Doch noch in Unterzahl hielt der VfL dagegen und startete seinerseits eine Serie. In der 37. Minute erzielte Lena Feiniler nach feinem Langpass von Torfrau Madita Kohorst die erste Zehn-Tore-Führung zum 22:12.
Bei etwa diesem Abstand blieb es dann lange, obwohl Trainer Bötel weiter zum Druck machen animierte. Mit Erfolg: Nach einem schnellen Tempogegenstoß stellte Jane Martens auf 31:18 (54.).
