Jever/Schortens - Es macht wieder Spaß, den Landesliga-Handballern der HG Jever/Schortens zuzuschauen. Zu diesem Schluss dürften die etwa 70 Zuschauer am Samstagabend im Heimspiel gegen die HSG Delmenhorst II gekommen sein. Ganz besonders viel Freude bereitete den HG-Fans der Winterzugang Till Feldmann. Der Linkshänder traf beim wichtigen 30:25-Sieg des Gastgebers 13 Mal in die gegnerischen Maschen und deutete dabei an, wie wichtig er noch in den kommenden Wochen im Kampf um den Klassenerhalt werden kann.

Ein wenig überraschend bot HG-Trainer Enno Bruhnken zu Beginn der Partie Thomas Hilbinger im Tor auf. Stammtorhüter Bastian Meinen musste zuerst auf der Bank platz nehmen, die Keeper Eric Rocker und Benjamin Gräf fehlten gänzlich. Das Torwart-Urgestein der HG machte seine Sache ordentlich, hatte aber angesichts einer doch recht wackligen Defensive vor sich in der ersten Spielhälfte Schwierigkeiten, seine Hände an die heran fliegenden Bälle zu bekommen. „Eigentlich weiß Thommy die Ecke, aber der Gegner muss auch merken, dass in der Abwehr jemand steht“, sagte Bruhnken. Richtig Gegenwind erhielten die Delmenhorster nur selten, aber auch sie brachten keine wirklich überzeugende Defensivleistung zustande. Ein Grund dafür: HG-Winter-Neuzugang Till Feldmann. Der gelernte Außenspieler wirbelte auf der rechten Rückraumseite seine Gegenspieler gehörig durcheinander. Zwar passte längst noch nicht alles und auch der eine oder andere Pass ging ins Leere. „Aber er zieht immer zwei Spieler auf sich und schafft dadurch für die Mitspieler Lücken“, sagte Bruhnken.

In der zweiten Spielhälfte legte auch die Abwehr der HG eine ordentliche Schippe drauf. Im Tor stand nun Bastian Meinen, der sich mit einigen guten Paraden gleich prächtig einfügte. Das gab die nötige Sicherheit. Während sich die Gäste nun mehr und mehr aufrieben und sich Würfe aus wenig aussichtsreichen Positionen nahmen, brachte die HG ihr Angriffsspiel solide durch.

Ein entscheidender Faktor für die Leistungssteigerung in der Abwehr war sicherlich auch die Einwechselung von Sebastian Pudelko. Der Routinier stabilisierte die Defensive musste aber nach der dritten Zeitstrafe und einer damit verbundenen Roten Karte in der 59. Minute den Schlusspfiff auf der Tribüne erleben. Dort war er aber in guter Gesellschaft. Denn auch Ben Laurinat hatte rund eine Minute zuvor nach einem Foul den roten Karton von den Schiedsrichtern Garrelt Hippen und Jan Doornebosch gesehen.Am kommenden Wochenende geht es für die HG Jever/Schortens zum verlustpunktfreien Tabellenersten HSG Grüppenbühren/Bookholzberg.

Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung