Bützfleth/Elsfleth - Die Handballerinnen des Elsflether TB haben die Meisterschaft in der Landesliga um Haaresbreite verpasst. Am Samstagabend reichte es für die Mannschaft von Trainer Sascha Klostermann nur zu einem 24:24 (11:11)-Unentschieden beim Tabellen-Dritten HSG Bützfleth/Drochtersen. Ein Punkt zu wenig, um den TuS Komet Arsten vom Thron zu stoßen.
Die Spannung am letzten Spieltag war kaum zu toppen. Arsten und Elsfleth lagen vor den letzten 60 Minuten dieser Saison punktgleich an der Tabellenspitze – mit Vorteil für den ETB. Denn wären beide Teams auch nach dem letzten Spiel punktgleich gewesen, hätte der gewonnene direkte Vergleich für den ETB gesprochen. Die Arstenerinnen mussten vorlegen, weil ihre Partie beim TSV Altenwalde eineinhalb Stunden vor dem Elsflether Spiel angepfiffen wurden. Der Gegner hatte es in sich, denn Altenwalde hatte bis dahin noch kein Heimspiel verloren. Arsten gab sich aber keine Blöße und setzte sich mit 32:24 durch.
Jetzt waren alle Augen nach Bützfleth gerichtet. Die Gastgeberinnen waren keinesfalls gewillt, dem ETB den Meistertitel auf dem Silbertablett zu servieren. Sie packten ordentlich zu und verpassten Laura Lissewski, die sich mit 203 Treffern aus 22 Spielen die imaginäre Torjägerkanone der Landesliga sicherte, von Beginn an eine Manndeckung. Für die restlichen fünf Elsflether Feldspielerinnen ergaben sich durchaus viele Räume. Aber zu viele Chancen blieben ungenutzt. Lediglich Franziska Sommer wusste den Platz zu nutzen. Sie warf sieben der elf Elsflether Tore vor der Pause. „Sie hat ein Riesenspiel gemacht“, sagte Klostermann.
Nach dem Seitenwechsel (11:11) zog Bützfleth seine Manndeckung gegen Laura Lissewski kurzzeitig zurück. Der ETB fand nun besser ins Spiel und warf eine kleine Führung heraus. Eine Viertelstunde vor dem Ende setzte Bützfleth noch einen drauf und nahm nicht nur wieder Laura Lissewski, sondern nun auch zusätzlich Franziska Sommer kurz. Neun Minuten vor Schluss führte der TB mit 21:17.
In der Schlussphase hatten die Elsfletherinnen alle Möglichkeiten, den Vorsprung locker über die Bühne zu bringen. Aber zahlreiche freie Würfe verfehlten ihr Ziel. 110 Sekunden vor dem Abpfiff glich Bützfleth aus. „Danach hatten wir noch genügend Chancen, den entscheidenden Siegtreffer zu erzielen“, sagte Klostermann. Den letzten Versuch hatte Laura Lissewski. Aber ihren Wurf drei Sekunden vor der Schlusssirene parierte Bützfleths Torhüterin.
„Wir können stolz sein auf unsere Saison. Aber jetzt im Moment überwiegt natürlich der Frust“, sagte Klostermann direkt nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft habe genügend Chancen gehabt, die Partie für sich zu entscheiden. „Aber wir haben in der ersten Halbzeit und vor allem in den letzten zehn Minuten einfach zu viele freie Dinger verworfen“, sagte Klostermann. Wie es sich für einen fairen Sportsmann gehört, gratulierte er Arsten zur Meisterschaft. „In Altenwalde hatte bis jetzt noch niemand gewonnen. Deswegen haben sie sich den Titel auch verdient“, meinte Elsfleths Coach.
ETB: Driesner, Griepenstroh – Franziska Sommer (10), Charlotte Sommer (4), Laura Lissewski (4/2), Hedemann (3), Birken (3), Lameyer, Lübben, Molzahn, Rademaker, Lösekann, Lina Lissewski.
Stationen: 5:7 (14.), 10:9 (22.), 11:11 (30.), 14:17 (45.), 17:21 (51.), 23:24 (58.), 24:24 (60.).
