Wilhelmshaven - Und sie können es doch: Die Drittliga-Handballer des Wilhelmshavener HV besiegen den TuS Spenge in der Nordfrost-Arena in der Höhe verdient mit 33:17 (16.8) Toren. Während die Gäste ihre erste Saisonniederlage kassieren, rufen die Jadestädter – eine Woche nach dem offensiv wenig begeisternden Auftritt in Bielefeld – ihre bis dato beste Leistung in der noch jungen Spielzeit ab.
„Wir haben viel investiert und uns am Ende endlich mal belohnt“, zeigte sich auch Trainer Christian Köhrmann angetan vom Auftritt seines Teams. Sein Gegenüber Heiko Holtmann nahm die Pleite nüchtern zur Kenntnis: „Die Zahlen sprechen für sich. Wir waren heute in beiden Halbzeiten acht Tore schlechter als der Gegner. Da sehe ich keinen Grund, warum ich mich jetzt großartig aufregen sollte.“
Auf Abwehr und Torhüter ist Verlass
Den Grundstein für den Erfolg legten die Jadestädter einmal mehr in der Abwehr: Die 6:0-Formation um Chef Tim Düren, der jeden gewonnenen Zweikampf, jeden Block, jeden Ballgewinn wie die Meisterschaft feierte, funktionierte prima. Konstantin Madert knüpfte im Tor nahtlos an seine starke Leistung in Bielefeld an. Und auch Jakub Lefan trug mit drei gehaltenen Strafwürfen seinen Teil bei.
Die Bemühungen der Gäste, Zählbares aus der Arena mitzunehmen und damit die eigene Erfolgsserie zu verteidigen, waren nur in der Anfangsviertelstunde vorhanden. Als dann auch Maximilian Schüttemeyer, der einzig ernsthafte Distanzschütze der Gäste, zwei „Steine“ in den Oberrang donnerte, ergaben sich die Westfalen früh ihrem Schicksal. Der WHV fackelte nicht lange, zog vom 5:5 über 7:5 auf 12:7 davon und sorgte mit einem rasanten Halbzeit-Endspurt bereits nach 30 Minuten für die Vorentscheidung (16:8).
Sven Eberlein bleibt das Sorgenkind
Bemerkenswert, weil Köhrmann auf den angeschlagenen Rene Drechsler verzichtete und stattdessen einen reinen Rechtshänder-Rückraum aufbot. Hier erledigten Matej Kozul, Jonas Schweigart, Tobias Schwolow (der sogar zweimal den „Hammer“ auspackte) und Jan Bennet Behrends ihre Aufgaben über weite Strecken – mit hoher Passgeschwindigkeit, konsequentem Rückstoßverhalten und gutem Auge für die Kreisläufer.
Sorgenkind in diesen Tagen bleibt allerdings Sven Eberlein, der meilenweit von seiner Form entfernt ist. „Es gibt Phasen, da läuft es einfach nicht“, ärgerte sich der Rechtshänder über seinen erneut unglücklichen Auftritt. „Da hilft nur harte Arbeit, irgendwann gehen die Dinger auch wieder rein.“
Fazit von Spielmacher Schweigart: „Wir haben viele Sachen besser gemacht als in Bielefeld. Das war ein guter Schritt von allen, es geht aber noch besser.“
