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Drittligist besiegt LIT 1912 mit 30:22 Toren Gute zweite Hälfte reicht dem WHV zum Sieg

Dank einer besseren zweiten Halbzeit bejubeln WHV-Trainer Christian Köhrmann und sein Team einem verdienten 30:22-Heimerfolg über LIT 1912 II.

Dank einer besseren zweiten Halbzeit bejubeln WHV-Trainer Christian Köhrmann und sein Team einem verdienten 30:22-Heimerfolg über LIT 1912 II.

Dirk Gabriel-Jürgens

Wilhelmshaven - Dank einer klaren Steigerung in der zweiten Halbzeit haben die Drittliga-Handballer des Wilhelmshavener HV ihr Heimspiel gegen LIT 1912 II am Ende noch klar gewonnen. Knapp 800 Zuschauer in der Nordfrost-Arena sahen am Samstagabend einen auch in der Höhe verdienten 30:22 (12:12)-Heimerfolg der Jadestädter über den Vorletzten der Nord-West-Staffel.

Lautstarker Weckruf in der Halbzeitpause

Bis dahin war es aber ein weiter Weg, denn Durchgang eins hatte nur wenig mit Drittliga-Handball zu tun. „Wir wollten mit vielen Emotionen verteidigen und dann über das Umschaltspiel für Tempo sorgen“, sagte Trainer Christian Köhrmann hinterher. „Umgesetzt haben wir davon gar nichts. Deshalb bin ich von der Pausenansprache auch immer noch heiser.“

Der Weckruf hatte seine Wirkung aber nicht verfehlt: In der Deckung legte der WHV – nach bereits ordentlicher Defensivleistung in der ersten Hälfte – noch einmal eine Schippe drauf. Genau wie Jakub Lefan im Tor, der nach acht Paraden im ersten Durchgang weitere elf Würfe der Gäste parierte. Szenenapplaus und Duncan-Duncan-Sprechchöre gab es für Postel, der seine Gegenspieler nicht nur festmachte, sondern mehrfach auf die Schulter nahm und einige Meter über die Platzte trug.

„Postel? Das war schon Wahnsinn“

Und weil die Jadestädter auch mit Ball erkannten, dass Handball in erster Linie ein Laufspiel ist, gerieten die Gäste schnell auf die Verliererstraße. „Zu Beginn waren wir noch ein bisschen der Nutznießer der Fehler unseres Gegners“, sagte LIT-Coach Julian Grumbach. „Später hat man uns dann unsere Grenzen aufgezeigt. Die Abwehr war heute Abend der Unterschied. Alleine Postel – das war schon Wahnsinn.“

Erwähnenswert auf Seiten der Gastgeber: Da der WHV auf seine etatmäßige Flügelzange Sebastian Maas und Sergi Ala Sanchez (beide verletzt) verzichten musste, Corvin Troschke kurz nach Wiederbeginn von der Platte humpelte und Okke Dröge sich im Drittliga-Team nicht festspielen sollte, gab es am Samstag gleich beachtenswerte Debüts.

Starke Debüts von Lehmann und Frangen

Einmal von Dauerbrenner Fabrice Lehmann, der schon seit einigen Jahren „nur noch“ in der Zweiten spielt, aber mit zwei Toren unter Beweis stellte, dass er auch kurz vor seinem 34. Geburtstag nichts verlernt hat. „Ich habe am Donnerstag gehört, dass ich gebraucht werden“, sagte Lehman, der aufgrund eines Fersensporns schon seit Monaten nur sehr eingeschränkt trainieren kann. „Nach 50 Minuten wurde die Luft dann ganz schön dünn – für zwei Leger-Tore reicht es aber immer noch.“

Auf anderen Seite sorgte der erst 17-jährige Tom Frangen aus der A-Jugend der JSG – Sohn des früher überregional bekannten Handballers Thomas Frangen – für Erstaunen und Jubel auf den Tribünen, als er aus wenig aussichtsreichen Winkeln zweimal das Optimum herausholte und genau wie Lehmann zwei Tore zum 30:22-Erfolg beisteuerte.

„Für mich ist heute ein Kindheitstraum wahrgeworden“, sagte Frangen nach dem Abpfiff. „Schon vor dem Einlaufen war mein Nervositäts-Level kaum noch messbar. Ich bedanke mich, dass ich diese Chance bekommen habe und werde weiter hart für weitere Einsätze arbeiten. Eigentlich bin ich Rückraumspieler, die linke Außenbahn gefällt mir aber auch ganz gut.“

Unterdessen setzte Sven Eberlein mit insgesamt zehn Toren seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen fort. Bester WHVer in einer schwachen ersten Halbzeit war Spielmacher Jonas Schweigart – nicht nur wegen seiner vier Tore.

Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion
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