Obenstrohe/Jever - Durchwachsenes Wochenende aus friesischer Sicht in der Handball-Landesliga der Männer:

SVGO Bremen - SG Obenstrohe/Dangastermoor 37:25 (20:16). Bis zur 15. Minute verlief die Partie auf Augenhöhe (10:10). Allerdings fand die Abwehr der Gäste schon zu diesem Zeitpunkt keinen Zugriff auf den individuell gut besetzten SVGO-Rückraum um die reaktivierten Nils Zittlosen und Nilklas Lamping. „Zudem verschoben wir in der Defensive schlecht und ließen unsere Nebenmänner zu oft allein“, sagte Helge Busemann, der SG-Coach Marco Hoffmann an der Seitenlinie vertrat: „Auch unsere Torhüter, von denen sonst eigentlich einer immer einen Sahnetag erwischt, fanden nicht ins Spiel.“ Zu allem Überfluss verletzte sich Nils Timme am Knie und konnte ab der 25. Minute nicht mehr weiterspielen.

Nach Wiederbeginn zogen die im Abstiegskampf steckenden Hausherren von der Weser schnell auf 24:17 (35.) davon. „Nun kam noch dazu, dass wir im Angriff auch den Kopf verloren, weil die Gastgeber eine starke Abwehr hinstellten“, bedauerte Busemann. Dies habe zu diversen überhasteten Abschlüssen geführt. Spätestens beim 32:23 (50.) war der Drops gelutscht. Auch mit Blick auf die noch hinzugekommene Schulterverletzung von Marcel Reuter sprach Busenmann von „einem gebrauchten Tag“.

HSG Schwanewede/Neuenkirchen II - HG Jever/Schortens 34:34 (14:19). Über weite Strecken dieses richtungweisenden Kellerduells hatten die Gäste die Partie im Griff. „Wir waren zu Beginn überlegen, hätten aber zur Pause schon mit zehn Toren führen müssen“, haderte HG-Trainer Enno Bruhnken bei aller Moral und Kampfkraft seiner Mannen einmal mehr mit der Chancenverwertung.

Und so kippte nach Wiederbeginn beim Stand von 21:14 (32.) für die Gäste nach und nach die Partie. „Da haben wir uns selber in die Bredouille gebracht“, bedauerte Bruhnken: „Wir haben vorne viel zu viel verworfen und waren hinten zu löchrig, wodurch wir zu viele einfache Gegentreffer kassiert haben.“

Beim 28:28 (50.) glichen die Gastgeber aus und gingen beim 31:30 (56.) erstmals überhaupt in der Partie in Front. Dann wurde es turbulent. Nach dem 33:31 (58.) stellte Bruhnken auf Manndeckung um. 25 Sekunden vor dem Ende glich der stark aufspielende A-Jugendliche Marnix Palum zum 33:33 aus, kassierte aber wenig später die Rote Karte. Als Schwanewede einen Siebenmeter zum 34:33 verwandelte, waren noch drei Sekunden auf der Uhr. Direkt nach Wiederbeginn fasste sich Tim Arends ein Herz und wuchtete den Ball aus 15 Metern mit der letzten Aktion des Spiels zum 34:34 in die Maschen.

„Am Ende müssen wir froh sein, dass wir noch einen Punkt geholt und damit den direkten Vergleich gegen Schwanewede gewonnen haben“, bilanzierte Bruhnken: „Trotzdem ist das Endergebnis unterm Strich ärgerlich, denn es war einfach deutlich mehr drin für uns.“

Die Statistik:

SVGO Bremen - SG Obenstrohe/Dangastermoor 37:25 (20:16)

SG Obenstrohe/D’moor Onken, Hennig – Timme 3, Reuter, Dick 6, O. Splitthoff, Riederer 4, Brandt 6, Richter 2, Brüning 1, B. Splitthoff 2, Ahlers 1, Abken.

HSG Schwanewede/Nk. II - HG Jever/Schortens 34:34 (14:19)

HG Jever/Schortens Meinen, Gräf – Laurinat 3, Verbücheln, Lohner, Palum 6, Feldmann 3, Krause 1, F. Janßen, Bergmann 11, K. Janßen 1, Arends 9/3, Giljan.

Rote Karte Palum (60./HG Jever/Schortens).

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)