TV Neerstedt – HF Springe: Statistik und Stimmen

TV Neerstedt: Haverkamp – Grotelüschen 4, Willmann 3, Carsten-Frerichs 2, Schröder-Brockshus 2/2, Brinkmann, T. Kruse, Chabo 2, Schulenburg 5/1, Timmermann 4, Schützmann 5, M. Kruse, Marcel Kasper 2.

HF Springe: Stange (1.-53.), Kinne (ab 53.) – Kannegießer, Melching, Hermann 1, Müller 1, Backhaus 4, Djuric 6, Gorpishin 2, Bodenburg 5, Deutsch 6, Hinz 9/4, Wood 3.

Schiedsrichter: Wendel, van Hoang (TuS Bothfeld).

Siebenmeter: TVN 4/3, HFS 6/4.

Zeitstrafen: TVN: Brinkmann 2, Timmermann 3, M. Kruse, Marcel Kasper; HFS: Hermann 2, Müller, Backhaus, Hinz.

Rote Karte: Timmermann (47., 3. Zeitstrafe).

Sven Lakenmacher (Spielertrainer Springe, der gesperrt war): Ich bin sehr zufrieden. Zum ersten Mal hat die Mannschaft die Leistung abgerufen, die ich von ihr erwarte. Nachdem wir Videos von Neerstedter Spielen gesehen hatten, sind wir mit Respekt in die Partie gegangen. Der TVN ist eine sehr schnelle Mannschaft. Darin haben wir aber auch die Chance gesehen, über unser Rückzugsverhalten zu gewinnen. Im Angriff wollten wir mit Geduld spielen. Das hat geklappt. Alle Mannschaftsteile haben gut funktioniert.

Dag Rieken (Trainer Neerstedt): Das Ergebnis sagt eigentlich alles. Springe hat verdient gewonnen.

Der Rückraum der Gäste dominierte die Partie. Außerdem war ihr Abwehrblock kaum zu überwinden.

Von Lars PIngel

Neerstedt Dag Rieken hat Recht behalten. Neue Erfahrungen würde seine Mannschaft sammeln, hatte der Trainer der Regionalliga-Handballer des TV Neerstedt vor dem Heimspiel gegen die HF Springe gesagt. Damit meinte er vor allem das auf einen wurfstarken Rückraum ausgerichtete Angriffsspiel der Gäste. Dass die dort agierenden Akteure die Partie derart domineren würden, dass die Neerstedter auch noch erfuhren, wie es ist, wenn eine Partie ziemlich schnell gelaufen ist, hatte Rieken natürlich nicht geahnt. „Der Sieg der Springer ist auch in der Höhe völlig verdient“, sagte er nach dem 29:37 (13:21). „Wir sind gestartet wie immer. Doch nach dem 6:6 war das Spiel für uns eigentlich schon erledigt.“

Der TVN erwischte einen glänzenden Start, fing die ersten drei Angriffe der Gäste ab und ging mit 3:0 in Führung (2.). Das störte die Springer allerdings nicht. Angetrieben von ihrem starken Spielmacher Milan Djuric übernahmen sie das Kommando. Er war es auch, der die Gäste zum ersten Mal nach vorn brachte (5:4, 8.). Mit dem 6:6 (10., Andre Willmann) mussten die Springer zum letzten Mal einen Ausgleichstreffer hinnehmen. Im Angriff setzten die Gäste zunächst vor allem auf Positionswechsel von Djuric mit dem Halblinken Daniel Deutsch. Beide verschafften sich so den kleinen Raum, den sie für ihre erfolgreichen Würfe benötigten. Der TVN-Abwehr gelang es nicht, dies konsequent zu unterbinden. Versuchten die Neerstedter, offensiver zu agieren, hatte vor allem Djuric genug Übersicht, den Ball noch an den Kreis oder nach Außen zu passen. Die größten Stärken der Springer waren aber ihre sehr hohe Trefferquote von allen Positionen und die geringe Fehlerquote im Spielaufbau. Damit stahlen sie

den Neerstedtern eine ihrer wichtigsten Angriffsoptionen: den Tempogegenstoß. Da die Gäste zudem nach eigenen Treffern sehr schnell zurück in der Abwehr waren, kamen die Neerstedter auch mit ihren schnell ausgeführten Anwürfen nur sehr selten zum Erfolg.

Vor dem eigenen Kreis bauten die Handballfreunde einen massiven, in einer defensiven 6:0-Formation aufgestellten Abwehrblock auf. Nebem dem zwei Meter langen Abwehrchef Wjatscheslaw Gorpishi standen in Deutsch und dem in der Defensive für Djuric eingesetzten HF-„Spieler-Manager“ Dennis Melching nur unwesentlich kleinere Akteure. Sie griffen die Neerstedter Rückraumspieler erst an, wenn die die Neunmeter-Markierung überschritten. So blieb der Abstand zwischen den HF-Abwehrspielern klein und damit die Zahl möglicher Lücken gering. Da zudem die Abstimmung mit dem starken Torwart Andreas Stange (19 Paraden) perfekt funktionierte, nahmen die Springer dem Neerstedter Angriff das Selbstvertrauen. Zur Pause lag der TVN mit 13:21 zurück, die Partie war im Grunde entschieden.

„Wir waren darauf vorbereitet, diese Abwehr zu knacken“, merkte Rieken an. „Unser bester Angriff war aber schon der Zweite, nach dem Malte Grotelüschen vom Kreis das 2:0 erzielte.“ Die Neerstedter probierten während der Partie vieles aus. Nach der Pause begannen sie mit einer 5:1-Deckung. Später stellten sie auf 4:2 um. Wirkung zeigte das kaum, weil viele gewonnene Bälle nicht zu erfolgreichen Angriffen genutzt wurden und die Gäste clever spielten. „Bei Springe hat vieles geklappt. Wir waren im Positionsspiel zu ungeduldig, haben den Ball nicht laufen lassen“, sagte Rieken. Bis auf 19:29 (44.) wuchs der Rückstand seines Teams an. Es brach aber nicht ein. „Wir hätten auch mit 15, 16 Toren verlieren können. Wir haben uns dann in einer Auszeit gesagt, dass wir noch einmal alles geben“, erklärte Rieken. So hielten die Neerstedter die Niederlage im Rahmen.