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HANDBALL Neerstedts Leistung wird nicht belohnt

TV Neerstedt – HC Aschersleben 32:33 (17:15): Statistik und Stimmen

TV Neerstedt:

Haverkamp, Prass – Grotelüschen 2, Willmann, Carsten-Frerichs 9/3, Schröder-Brockshus 3, Brinkmann, Chabo, Schulenberg 5, Timmermann 5, Schützmann 5, Kruse 1, Kasper 1.

HC Aschersleben:

Gudonis, Böhm – Kommoß 10/4, Böcker, Seifert 3, Kairis 5, Eicken, Müller 2, Filippov 8, Liesche 3, Krause, Otto 2.

Siebenmeter:

Neerstedt 7/5, Aschersleben 5/5.

Zeitstrafen:

Neerstedt 5, Aschersleben 5.

Rote Karte:

Müller (HC Aschersleben, 29., wegen groben Foulspiels).

Schiedsrichter:

Isler, Stockfleth (Fredenbeck).

Wolfgang Sasse (Vorsitzender Handballregion Oldenburg):

„Das Spiel war Werbung für den Handball. Die Zeitnehmer waren aber keine Werbung für den Handball. Man muss erwarten, dass die das beherrschen. Die Schiedsrichter hatten mehr mit dem eigenen Personal als mit dem fairen Spiel zu tun. Durch diese Szene wurde die Partie beeinflusst.“

Frank Seifert (Co-Trainer HC Aschersleben):

Neerstedt hat uns alles abverlangt, es war ein hartes Stück Arbeit, hier zu gewinnen. Bei der Videoanalyse haben wir die Neerstedter Konterstärke erkannt, aber nicht die Durchschlagskraft im Angriff - die hat uns überrascht. Es war uns aber klar, dass der Gegner den Power-Handball nicht über 60 Minuten gehen konnte. Neerstedt hat eine sehr gute Visitenkarte abgegeben, und hier werden noch einige Mannschaften stolpern.

Die Gastgeber boten eine starke Leistung. Die Zeitnehmer sorgten für eine fast fünfminütige Unterbrechung.

Von Guido Finke

NEERSTEDT Das berühmte Haar in der Suppe galt es zu finden. Dag Rieken tat sich zunächst schwer, den kleinen, aber feinen Unterschied zu erkennen, warum seine Mannschaft in der temporeichen Partie mit einem Tor das Nachsehen hatte. „Ich sehe keinen. Im Gegenteil: Ich hätte die zwei Punkte gerne gehabt“, sagte der Handball-Trainer des TV Neerstedt nach der ersten Heimniederlage in der Regionalliga. Mit 32:33 (17:15) verlor der Aufsteiger gegen die HC Aschersleben Alligators.

Die Szene, in der Malte Grotelüschen völlig frei am Kreis den Ball von Andre Schröder-Brockshus bekam und an Gäste-Schlussmann Andreas Böhm scheiterte, brachte Rieken schließlich doch ins Grübeln: „Das war eine riesige Chance, das kann aber durchaus passieren.“ Beim Spielstand von 31:33 und 70 Sekunden vor Spielende war das auf hohem Niveau geführte Match nach dem Fehlversuch entschieden. Der letzte Neerstedter Treffer, den Bastian Carsten-Frerichs nervenstark via Siebenmeter markierte, kam zu spät, um noch einmal in Ballbesitz zu gelangen.

Die wie entfesselt startenden Gastgeber versetzten die anfangs nahezu zahnlosen Alligatoren von einem Schockzustand in den nächsten. In den ersten elf Minuten überrollte Neerstedt das Starensemble um Spielertrainer Dimitri Filippov (ehemaliger Olympiasieger) und Carsten Kommoß, dem am ersten Spieltag gegen die HG 85 Köthen (29:28) sage und schreibe 20 Torerfolge gelungen waren. Die Konsequenz des überfallartigen Auftakts mit sauber vorgetragenen Tempogegenstößen war eine scheinbar komfortable 9:3-Führung, mit der Folge einer Auszeit bei Aschersleben.

Der freche Aufsteiger wurde nun seinerseits häufiger kalt erwischt, vor allem die Tore von Filippov und Kommoß brachten die Alligatoren zurück. Kurz vor der Halbzeit glich Aschersleben erstmals aus – 15:15. Doch Neerstedt fing sich wieder und kam durch zwei Tore von Carsten-Frerichs zu einem verdienten 17:15-Pausenvorsprung.

Die rund 300 Zuschauer sorgten für eine tolle Stimmung und sahen eine rasante Begegnung, in der die Gäste aus Sachsen-Anhalt ihrer Favoritenrolle zwar nicht gerecht wurden, aber am Ende clever die sich bietenden Gelegenheiten nutzten. Eingangs der zweiten Hälfte drückte noch der TVN aufs Tempo und erspielte sich ein 23:18 (37.). Danach war es mit der Neerstedter Herrlichkeit vorbei: Aschersleben drehte den Spieß um und eilte auf 26:23 (47.) davon. Die Partie gegen den Aufstiegskandidaten schien gelaufen, aber die junge TVN-Auswahl gab sich noch nicht geschlagen und schaffte sieben Minuten vor dem Ende tatsächlich noch einmal den Ausgleich zum 28:28.

Unterstützt von einem schlimmen Fauxpas des Zeitnehmer-Gespanns, das bei einer Hinausstellung von Ronny Liesche die Uhr nicht anhielt und somit eine fast fünfminütige Spielpause mit unzähligen Diskussionen zwischen den Offiziellen auslöste, sammelten die Gäste die nötigen Kräfte für die letzten Aktionen. Nach dem 30:30 (56.) brachten Kommoß und Svajunas Kairis den weiter ungeschlagenen HCA endgültig auf die Siegerstraße.

„Aschersleben war der erwartet schwere Gegner. Die lange Pause durch die Zeitnehmer tat dem Spiel nicht gut. Wir waren am Drücker“, konnte sich Rieken einen Seitenhieb in Richtung der beiden Offiziellen nicht verkneifen. Der Coach sah aber auch ein, dass sein Team „zu viele Tore über den Kreis bekommen“ habe und dass die Gäste mit Filippov und Kommoß „zwei fast nicht zu bändigende Spieler“ in ihren Reihen hatte. Auf Seiten der Gastgeber wirbelte besonders der neunfache Torschütze Carsten-Frerichs den gegnerischen Deckungsverbund durcheinander. Torhüter Maik Haverkamp verdiente sich mit zehn Paraden sowie punktgenauen Anspielen bei Tempogegenstößen eine herausragende Note.

Bereits am Freitag (20.15 Uhr) steht für den TV Neerstedt nach dem Duell gegen den Tabellenzweiten Aschersleben beim ebenfalls mit 6:0 Punkten gestarteten Spitzenreiter HSG Barnstorf-Diepholz die nächste schwere Aufgabe auf dem Programm.

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