Höltinghausen - Erst die Meister-Sause und dann ab in die große Pause? Von wegen, für die Handballerinnen des SV Höltinghausen hatte nach dem Landesliga-Titelgewinn und dem damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga im Grunde schon die Vorbereitung auf die neue Spielzeit begonnen. „Wir haben erst mal im Juni weitergemacht und dann zwischendurch eine kurze Pause eingelegt“, sagt Trainer Marvin Muche vor der so wichtigen Oberliga-Saison mit Ligen-Reform, die dann auch noch mit einem Frühstart beginnt. Der Aufsteiger ist schon an diesem Samstag ab 17 Uhr zum ersten Mal beim Handballverein Lüneburg gefordert. „Für uns ist der Klassenerhalt das einzige realistische Ziel. Dafür müssen wir mindestens eine Mannschaft hinter uns lassen“, sagt Muche. „Wir werden in Lüneburg sehen, wo wir stehen. Aber wir gehen die Aufgabe mit breiter Brust an, weil wir in der Vorbereitung viele Spiele mit guten Ergebnissen abgeschlossen haben.“
Schweres Auftaktprogramm
Muche, der weiterhin Kerstin Wichmann an seiner Seite hat, weiß aber auch, dass es das SVH-Auftaktprogramm in sich hat: „Lüneburg, immerhin Fünfter der letzten Oberliga-Niedersachsen-Saison, dann Habenhausen und Drittliga-Absteiger Stade – da kann man schnell mal nach drei Spielen mit 0:6-Punkten dastehen. Das gilt es, unbedingt zu verhindern.“ Schließlich ist der Ligaverbleib für ihn schon aus einem Grund enorm wichtig: „Nachdem dann die Regionalliga eingeführt ist, wird die neue Oberliga genau der richtige Platz für uns sein.“
Trainer Marvin Muche Bild: Olaf Klee
Das Rennen um den Aufstieg in die dritte Liga und die Regionalliga-Plätze – der Zweite und Dritte sind für die neue Klasse qualifiziert, die Viert- bis Siebtplatzierten der beiden Oberligen spielen eine Relegation um die restlichen Tickets – ist für Muche überhaupt kein Thema. Als Konkurrenten im Kampf um den Liga-Verbleib sieht er vor allem „Arsten, Neerstedt und Habenhausen“.
Ein externer Zugang
Und diesen Kampf geht der SVH mit nur einem externen Zugang an: Kreisläuferin Charlotte Hüttma ist aus der A-Jugend des TV Cloppenburg ins Höltinghauser Team gekommen. Aus der eigenen A-Jugend soll Yasmine Siemer den beiden etablierten Torhüterinnen Louisa Reinke und Tabea Lampe Konkurrenz machen. Ebenfalls von den Höltinghauser A-Juniorinnen hochgezogen wird die Linkshänderin Vanessa Lampe. Die Rückraumspielerin konnte sich schon bewähren, während die auch aus der SVH-A-Jugend kommende Maybrit Vagelpohl von einem Kreuzbandriss ausgebremst wird, den sie sich im April im Einsatz für die A-Juniorinnen zugezogen hatte. Möglicherweise muss sich die Kreisläuferin auch noch operieren lassen.
Babypause beendet
Eine ganz wichtige Verstärkung für Muche sind die Zugänge, die eigentlich gar keine richtigen Zugänge sind. Rückraumspielerin Anneke Brockhaus ist aus einer Verletzungspause zurück und die Außenspielerinnen Laura Stottmann (Mattke) sowie Christina Greten beenden ihre Babypause. „Auf den Außenpositionen hatten wir eine Baustelle, die wir nun schließen“, freut sich Muche, der auf Anneke Thomann und Sarah Ebendt zumindest vorübergehend verzichten muss. Sie sind in eine zeitlich erst einmal unbegrenzte Pause gegangen. Zudem ist zu befürchten, dass Mattea Ivankic nach ihrem Schulabschluss berufsbedingt oder wegen eines Auslandsaufenthalts nicht die gesamte Saison zur Verfügung steht.
SV Höltinghausen, Handball-Oberliga der Frauen, Staffel Nordsee, Saison 2023/24
Torhüterinnen Louisa Reinke, Tabea Lampe, Yasmine Siemer
Außenspielerinnen Stefanie Wienken, Franziska Brinkmann, Christina Greten, Laura Stottmann, Ylva Lentz, Ann-Kristin Barske
Rückraumspielerinnen Greta Menke, Lena Walter, Elisa Fangmann, Emily Fischer, Mattea Ivankic, Vanessa Lampe, Anneke Brockhaus
Kreisläuferinnen Ann-Katrin Felstermann, Maybrit Vagelpohl, Charlotte Hüttma
Trotz dieser Unsicherheit im Gepäck fühlt sich das Höltinghauser Team, das in den Heimspielen weiter ohne Harz und damit in der Halle an der Ostlandstraße in Emstek spielen darf, startklar. Ein Trainingslager in Wilhelmshaven und zahlreiche gute Leistungen in Testspielen – etwa bei einem Dreierturnier mit klaren Siegen gegen die Landesligisten TV Dinklage und SpVgg Brandlecht-Hestrup sowie einem Remis gegen den TV Cloppenburg – machen Muche Mut. Die Mission „Etablierung“ kann also beginnen. Soll heißen: Weil die Oberliga in der Saison 24/25 für sie genau der richtige Ort ist, wollen die Höltinghauserinnen mit dem richtigen Platz in der Abschlusstabelle verhindern, dass sie dann in der aus ihrer Sicht falschen Klasse zu finden sind...
