Neerstedt - Am Ende wurde es doch noch deutlich: Die Oberliga-Handballerinnen des Neerstedt haben ihr Heimspiel gegen Tabellenführer TuS Jahn Hollenstedt mit 19:28 (12:14) verloren. Immerhin die erste Halbzeit konnte das Ligaschlusslicht gegen den haushohen Favoriten mithalten, ehe sie eine umstrittene Rote Karte gegen Spielmacherin Celina Struß aus dem Konzept brachte.
Auch ohne ihre urlaubsbedingt fehlende Abwehrchefin Katharina Stuffel spielten die Gastgeberinnen in den ersten 30 Minuten mit dem Gegner auf Augenhöhe. Die spielerische Überlegenheit der Gäste machten die TVN-Frauen durch großen kämpferischen Einsatz wieder wett. Besonders die Abwehr zeigte sich mit starken Aktionen gut vorbereitet, auch wenn die Hollenstedter Achse Rückraum-Kreis nicht immer gebremst werden konnte. So kämpfte sich das Team von Trainerin Cordula Schröder-Brockshus-Sieben mehrfach bis auf einen Treffer heran, ehe Hollenstedt ein paar Fehler im Neerstedter Spielaufbau konsequent nutzte, was zum 6:9 führte.
Doch im weiteren Verlauf der Begegnung wurden die Grün-Weißen sicherer, nutzten ihre Chancen und kämpften sich fünf Minuten vor der Pause bis auf 12:12 heran. In der verbleibenden Zeit wurde aber TuS-Kreisläuferin Mia-Marie Leun zweimal glänzend aus dem Rückraum angespielt, und so gingen die Gäste mit einer Zweitoreführung in die Kabine. Nach Ablauf der Zeit folgte noch die Szene, die aus Neerstedter Sicht die grenzwertige Disqualifikation von Struß zur Folge hatte. Die Spielmacherin traf mit einem missglückten Freiwurf den Körper einer gegnerischen Abwehrspielerin – und sah daraufhin die Rote Karte.
Zu Beginn der zweiten Hälfte merkte man dem Neerstedter Spiel besonders im Angriff sehr schnell an, dass mit Struß eine wichtige Anspielstation fehlte. So gab es erneut einige Abspielfehler, die der Tabellenführer zu einfachen Gegentoren nutzte und sich auf 14:19 absetzen konnte. Lisa Maus ließ mit ihrem Treffer von der rechten Außenbahn zum 19:23 (52.) noch einmal etwas Hoffnung aufkeimen, doch die verbleibende Zeit gehörte den Gästen.
„Wir haben eine kämpferisch starke erste Hälfte abgeliefert und waren mit dem Tabellenersten auf Augenhöhe. Schade, dass wir dafür nicht belohnt wurden. Am Ende hat uns im Angriff das Durchsetzungsvermögen gefehlt“, resümierte Schröder-Brockshus gar nicht so unzufrieden. Ein Sonderlob richtete sie an die junge Ida Brinkert, die sowohl in der Abwehr überzeugte als auch im Angriff mit ihren Aktionen und insgesamt sechs Toren ein starkes Spiel zeigte.
Telegramm
TVN: Huntemann, Kahler – Brinkert (6/3), Hanuschek (1), Kracke, Kunz (5/4), Maus (3), Mathieu (2), Rippe (1), Sempert, Struß (1), Windhorst
Siebenmeter: TVN 7/7, TuS 5/3
Zeitstrafen: TVN 6 (Rote Karte gegen Celina Struß/30.), TuS 4
