Neerstedt/Hude - Das Handball-Wunder am letzten Spieltag ist ausgeblieben: Die Oberliga-Frauen des TV Neerstedt haben ihr abschließendes Spiel beim Wilhelmshavener HV klar verloren. Dank der Schützenhilfe der HSG Hunte-Aue Löwen bleibt den Neerstedterinnen zumindest der direkte Abstieg erspart. Aktuell stellt sich das Team aus der Gemeinde Dötlingen als Drittletzter auf zwei Relegationsspiele ein. Keine Rechenspiele gibt es derweil beim zweiten Landkreisclub HSG Hude/Falkenburg. Nach einem 22:19 bei der SG Findorff schließt die HSG die Saison auf dem sicheren Rang acht ab.
Wilhelmshavener HV - TV Neerstedt 33:22 (14:10). Nach der heftigen Pleite beim Tabellenvierten rutschte Neerstedt zunächst auf einen direkten Abstiegsplatz. Einen Tag später folgte dann zumindest dahingehend Entwarnung, dass Konkurrent TV Dinklage gegen die Hunte-Aue Löwen ebenfalls verlor und somit wieder hinter den TVN zurück fiel. Nun stehen dem Team von Trainerin Cordula Schröder-Brockshus zwei Relegationsspiele um den Klassenerhalt gegen den MTV Großenheidorn bevor (3. und 10. Juni). Ob diese Spiele tatsächlich in die Wertung gehen, entscheidet sich nach der endgültigen Meldung des DHB, welche Mannschaften aus der 3. Liga in den Bereich des HVNB absteigen. Zünglein an der Waage ist aktuell der VfL Stade, der sportlich zwar abgestiegen ist, aber noch auf einen freien Startplatz in der 3. Liga hofft. Sollte der VfL diesen erhalten, würde sich für Neerstedt die Relegation erübrigen, und man könnte in der Oberliga verbleiben.
Um es selbst sportlich zu lösen, fehlten den Neerstedterinnen in Wilhelmshaven am Freitag die spielerischen Mittel, wenngleich es lange Zeit nicht nach einer so klaren Niederlage aussah. Mit einer starken und schnellen Deckung bot man zunächst Paroli, allerdings bekam man die Torjägerin Katharina Schanko nur selten in den Griff. Knackpunkt war die Offensive der Gäste. So gab es im Spielaufbau viele technische Fehler sowie Abspielfehler. Abhängen ließen sich die Gäste aber trotz eines 6:11-Rückstands nicht. Sie kämpften sich auf 12:15 heran und waren auch 13 Minuten vor Schluss der Partie beim 18:22 noch nicht geschlagen. Erst danach brachen alle Dämme, und Wilhelmshaven kam noch zu einem klaren Erfolg.
„Gegen so eine Top-Mannschaft darf man sich einfach nicht so viele Fehler erlauben“, resümierte die TVN-Trainerin. „Am Ende fehlte uns dann die Kraft und die nötige Konzentration.“
SG Findorff - HSG Hude/Falkenburg 19:22 (11:13). Nach zuvor fünf Niederlagen hintereinander bescherten die Huderinnen sich selbst sowie ihrem scheidenden Trainer Lars Osterloh einen versöhnlichen Saisonabschluss. „Der Sieg war auch noch einmal wichtig für die Moral, um mit einem positiven Gefühl in die Pause zu gehen“, sagte Osterloh. Beim abgestiegenen Tabellenschlusslicht hielten die Gäste von Anfang an die Zügel in der Hand und lagen bereits nach acht Minuten mit 7:2 in Führung. „Nach diesem richtig guten Start hatten wir ein paar Schwächephasen, gerade im Angriff haben wir nicht mehr so konsequent getroffen“, berichtete Osterloh. Da aber die Deckung mit der starken Torfrau Anneke Alfs dahinter weiterhin sicher stand, „hatte ich nie das Gefühl, dass unser Sieg gefährdet werden könnte“, meinte der HSG-Trainer.
So kam Findorff zwar bis auf ein Tor heran und konnte zu Beginn der zweiten Halbzeit sogar zum 14:14 ausgleichen (38.), doch in Rückstand geriet die HSG nie. Mit vier Toren in Folge rückten Kim Sanders (2), Michaela Stalhkopf und Malin Blankemeyer die Verhältnisse wieder zurecht.
