Oldenburg - Über die geografische wie tabellarische Nachbarschaft hinaus sind einige Parallelen vor dem Oberliga-Duell zwischen TvdH Oldenburg (17:27 Punkte/10. Platz) und HSG Delmenhorst (18:26/9.) auszumachen. Nachdem beide Mannschaften in dieser Saison aus unterschiedlichen Gründen hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, könnte der Sieger des Kräftemessens an diesem Samstag (19 Uhr, Halle am Brandsweg) den vorzeitigen Klassenerhalt feiern. Dafür müssten die Haarentorer gegen wiedererstarkte Gäste aber ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt im Derby bei der SG VTB/Altjührden.
Ausgeschlossen
Nach einer ernsten Aufarbeitung und etwas Galgenhumor haben die Haarentorer die erstaunlich vielen einfachen Fehler bei der jüngsten Niederlage beim Nachbarn aus Friesland (27:39) hinter sich gelassen. „Wir haben es besprochen, es dann aber auch abgehakt“, sagt TvdH-Teammanager Matthias Voß und schließt „eine Einstellungssache“ eher aus: „In einem Derby kann das eigentlich nicht sein – und auch die Spieler haben uns versichert, dass das nicht der Fall war.“
Aufgearbeitet
Auffällig war auch die sonst so starke und in Varel so schwache Abwehrleistung, die zum Saisonhöchstwert von 39 Gegentoren geführt hatte. „Das war der Knackpunkt“, moniert Voß und fordert: „Wir müssen uns wieder darauf besinnen, dass wir hinten kompakt stehen und dann auch einfache Tore über den Tempogegenstoß machen.“ So soll wie bei den vorherigen Siegen (gegen Oyten und Elsfleth) die „ohne die Verletzten fehlende Durchschlagskraft im Sechs-gegen-Sechs kompensiert“ werden.
Gefordert
Mit sieben Punkten aus den vergangenen vier Spielen haben die formstarken Delmenhorster den TvdH mittlerweile überholt. Ähnlich, aber doch anders sah es in der vergangenen Saison aus, als die da am Ende drittplatzierten Gäste nach einem spannenden Vierkampf um den Aufstieg (auf den die HSG aus wirtschaftlichen und infrastrukturellen Gründen verzichtet hätte) punktgleich vor dem TvdH ins Ziel eingelaufen waren. Da beide bis vor Kurzem überraschend tief im Abstiegskampf steckten, standen in dieser Saison jedoch ganz andere Herausforderungen auf dem Programm. „Delmenhorst hatte intern ein paar Querelen“, deutet Voß die im Sommer 2022 erfolgte Neustrukturierung bei der HSG als Ursache für das Abrutschen an und ergänzt mit Blick auf die eigene Krisen-Saison: „Bei uns waren es halt die ganzen Verletzten.“
Gerettet
Beide könnten mit einem Sieg einen wichtigen, bei einem parallelen Misserfolg vom TSV Bremervörde (11:33/13.) gegen Achim/Baden (25:19/5.) sogar den entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen. Da der TvdH am Wochenende darauf beim Tabellenvorletzten antreten wird und dieser die Oldenburger – Stand jetzt – noch auf einen Abstiegsplatz verdrängen könnte, würde Voß gern bereits an diesem Wochenende „den Deckel drauf machen, um alle Rechenexempel zur Seite zu schieben und in Bremervörde nicht zu viel Druck zu haben“.
