Aurich - Nach dem Abpfiff dürften auch die 950 Zuschauer in der Sparkassen-Arena schweißnasse Hände gehabt haben. Denn die Handball-Drittligisten OHV Aurich und Ahlener SG lieferten sich vor allem in den zweiten 30 Minuten einen wahren Handball-Krimi. Zwar legten die Auricher immer wieder ein bis zwei Tore vor, doch die Ahlener ließen sich zu keinem Zeitpunkt abschütteln und blieben bissig. Erst Jorit Reshöft gelang es, 30 Sekunden vor der Schlusssirene sein Team erneut mit zwei Toren in Führung zu bringen. Es war der entscheidende Schlag. Eine Auszeit, genommen von Ahlens Trainer Frederik Neuhaus, verpuffte wirkungslos.
Maßgeblichen Anteil daran, dass die Punkte in Ostfriesland blieben, hatte OHV-Keeper Edgars Kuksa. 17 Paraden hatte Aurichs Trainer Pedro Alvarez für den lettischen Nationalspieler notiert. „Unterm Strich war es ein verdienter Sieg“, stellte Teammanager Ewald Meyer fest. „Wir haben es letztlich gut gemacht.“ Gerade die Nervenstärke zeichnete die Auricher am Sonntagabend aus. Denn obwohl sie Ahlen durch technische Fehler immer wieder ins Spiel brachten, sogar eine Fünf-Tore-Führung in der ersten Halbzeit verspielten, blieben sie auf der Platte gegen die aggressive und schnell arbeitende 5:1-Deckung der Gäste Herr der Lage.
Da Ahlen auch durch schnelles Umschalten überzeugte, fiel es den Aurichern schwer, ihr gewohntes Tempospiel aufzuziehen. Stattdessen mussten sie sich ihre Treffer oft mühevoll erarbeiten. Aber sie revanchierten sich dafür am eigenen Sechs-Meter-Kreis. „Die Abwehr hat besser gestanden als zuletzt“, stellte auch Ewald Meyer fest. Alvarez vertraute vorwiegend seiner 6:0-Deckung, ließ aber auch Jorit Reshöft oder Henning Stoehr in einer 5:1-Variante als Störenfriede auf neun Meter für Unruhe sorgen.
