Aurich/Melsungen - Ewald Meyer hatte nach dem Spiel des OHV Aurich sichtlich Bauchschmerzen mit dem, was er auf dem Feld zu sehen bekommen hatte. Beim 20:25 des Handball-Drittligisten bei der Reserve der MT Melsungen lief für die Ostfriesen nicht viel zusammen. „Wenn Du nur 20 Tore wirfst, gewinnst Du auch in der Oberliga kein Spiel“, erklärt der Teammanager frustriert. Und eine überragende Abwehrleistung hatte der Gastgeber vor 155 Zuschauern in der Melsunger Stadtsporthalle wahrlich nicht geboten. Gegen die Auricher reichte das am Sonntag aber locker aus.
Schwer fiel Meyer die Analyse oder die Suche nach Gründen für die Niederlage nicht. „Es ist ein reines Angriffsproblem. Wir spielen komplizierte Sachen, die wir gar nicht spielen müssen. Aber unser größtes Manko ist derzeit die Chancenverwertung, speziell im Eins-gegen-Eins“, sagt der Teammanager des OHV. Das soll nun in der Trainingswoche zum Thema gemacht werden. „Die Jungs müssen schnellstmöglich den Kopf wieder frei bekommen“, sagt Ewald Meyer. Schon an diesem Samstag erwarten die Auricher die SG Schalksmühle-Halver in der Sparkassen-Arena. Die Gäste sind mit zwei Siegen optimal in die Saison gestartet. Von einem Erfolg sind die Auricher nach aktuellem Stand allerdings weit entfernt.
Wirklichkeit hat nichtsmit Anspruch zu tun
Das liegt aber auch daran, dass nicht alle Spieler voll bei der Sache sein können. Bestes Beispiel ist Evgeny Vorontsov: Der Routinier ist seit einigen Wochen beruflich auf einem Lehrgang und kann deshalb am Mannschaftstraining nicht teilnehmen. In Melsungen erhielt der Linkshänder darum nur wenig Einsatzzeit, kam zu einem Treffer und scheiterte zudem bei einem Strafwurf.
Trotz allem, die Auricher rennen ihrem Anspruch, in der 3. Liga ein Wort mitreden zu wollen, weit hinterher. Es lief aber auch nicht alles schlecht in Nordhessen. Unterm Strich kassierten die Ostfriesen nur 25 Tore. Eine ansprechende Leistung für eine Defensive – zumal in fremder Halle. Auch der schlechte Start in die erste Spielhälfte wurde noch innerhalb der ersten 30 Minuten aufgeholt. Als die Auricher nach 22 Minuten sogar durch den Japaner Ryuga Fujita mit 12:10 in Führung gingen, schien sich der zuvor aufgestaute Ärger über die Leistung in Wohlgefallen aufzulösen.
Auricher halten den Rückstand in Grenzen
Doch die Hoffnung verflüchtigte sich nach dem Seitenwechsel (12:12) schnell. Binnen sieben Minuten hatte die MT II einen Fünf-Tore-Vorsprung herausgespielt. Beim 21:14 (49.) schien sich sogar ein kleines Debakel für den OHV anzudeuten. Aber die Auricher hielten den Rückstand in Grenzen. Ans Gewinnen war an diesem Tag aber nicht mehr zu denken. Dafür war der Auftritt der Sieben von OHV-Trainer Pedro Alvarez schlicht zu harmlos.
