Hude/Ganderkesee - Noch eine Woche haben die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg Zeit, um sich auf die neue Saison vorzubereiten. Und der Frauen-Oberligist hatte in diesem Sommer jede Menge Arbeit vor sich, schließlich war der personelle Umbruch nicht gerade klein. Während sich mit Kim Sanders (HSG Grüppenbühren/Bookholzberg), Torhüterin Carolin Tiedeken (SG Friedrichsfehn/Petersfehn) und Ronja Engel (SFN Vechta) „nur“ drei Spielerinnen von der HSG verabschiedet haben, sind gleich sieben „Neue“ dazugekommen – plus Trainer Bernd Spille.
Großer Kader
Für den neuen Coach, der Lars Osterloh abgelöst hat, ist es nach dem TvdH Oldenburg die zweite Trainerstation im Frauenbereich. Seine bisherigen Eindrücke? „Ich bin auf jeden Fall gut angekommen“, bestätigt der 35-Jährige. „Die Mädels ziehen toll mit, zumal wir in der Vorbereitung im Prinzip gar keine Pause gemacht haben“, lobt er die Einsatzbereitschaft innerhalb der Mannschaft. Bereits Anfang Juli hatte Spille sein Team zum Trainingsauftakt gebeten. Die Beteiligung sei generell sehr erfreulich, „im Schnitt sind 14, 15 Spielerinnen beim Training, manchmal urlaubsbedingt etwas weniger“, freut sich der HSG-Coach, der aktuell über einen großen 19-köpfigen Kader verfügt. Dass es mal ein paar Spielerinnen mehr für eine komplette Saison sein dürfen, kennen sie bei der HSG ja schon aus der Vergangenheit, als man desöfteren mit vielen Ausfällen und somit personellen Engpässen zu kämpften hatte. „Das sollte jetzt nicht passieren“, ist Spille guter Dinge.
Sieben neue Spielerinnen
Verstärkt wurde der Kader für die neue Saison mit Mareen Rump, Britt Nölker (beide VfL Oldenburg II), Melissa Steinhoff, Jasmin Jarocki (Werder Bremen II), Charlotte Sommer (Elsflether TB), Maresa Möller (Komet Arsten) und Leonie Voigt (TV Neerstedt). Nach ihren langwierigen Verletzungen sind auch Amelie Bredehorst und Eske Dörgeloh auf einem guten Weg zurück und trainieren schon wieder mit der Mannschaft. Der Saisonauftakt mit dem Auswärtsspiel beim ATSV Habenhausen am Sonntag, 27. August, komme aber für beide zu früh. „Ich denke, dass wir mit Eske in vier bis sechs Wochen wieder rechnen können. Bei Amelie wird es wohl noch etwas länger dauern. Beide sollen es aber vernünftig auskurieren“, sagt Spille. Außerdem fehlt aktuell Malin Blankemeyer aufgrund eines Auslandsaufenthalts.
Schon fünf Testspiele
Mit drei frühzeitigen Testspielen im Juli gegen die Drittligisten BV Garrel (21:39) und SFN Vechta (14:40) sowie gegen TvdH Oldenburg (26:10) warf der HSG-Coach sein Team sprichwörtlich „ins kalte Wasser“. Dafür seien diese Partien „sehr erkenntnisreich“ gewesen, urteilt der 35-Jährige, der den Trainingsschwerpunkt zunächst auf der Abwehrarbeit legte. Dies habe sich bereits bemerkbar gemacht, wie weitere Begegnungen in dieser Woche zeigten. Gegen den hochgehandelten Ligarivalen Wilhelmshavener HV präsentierte sich die HSG-Deckung bei der 23:24-Niederlage am Dienstag schon deutlich verbessert. Einen Tag später gelang ein 28:25-Erfolg gegen die Bundesliga-A-Jugend vom VfL Oldenburg. „Wir haben viel ausprobiert“, berichtet Spille, der vor allem im Angriff erhebliches Steigerungspotenzial sieht.
Zwei Top-Torhüterinnen
Dagegen macht er sich bei seinen Torhüterinnen die wenigsten Sorgen. „Die werden eine Bank sein“, ist sich Spille sicher. Schließlich kommt Mareen Rump aus der 3. Liga, während Anneke Alfs von dort Angebote hatte – diese aber ablehnte. Auch auf dem Feld ergeben sich gerade durch die neuen Spielerinnen viele Möglichkeiten. „Die größte Veränderung ist wohl, dass wir mit Melissa Steinhoff eine weitere Linkshänderin auf der halbrechten Position haben, die sowohl Eins-gegen-Eins gehen als auch über die Mitte kommen kann“, zählt der Trainer eine dieser Optionen auf.
Als Saisonziel setzt sich Spille eine Platzierung im oberen Tabellenbereich – idealerweise in den Top3. „Das traue ich uns auch zu“, gibt er sich zuversichtlich. „Schließlich wollen wir uns für die Regionalliga qualifizieren.“
