Hude - Eigentlich wollten die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg am Wochenende die nächsten positiven Schlagzeilen in der Oberliga schreiben. Doch das für Samstag geplante Auswärtsspiel beim SV Höltinghausen wurde kurzfristig verlegt. „Wir sind Höltinghausen und dessen Trainer Marvin Muche sehr dankbar, dass sie unserer Bitte entsprochen haben. Sie waren da super kooperativ“, betont HSG-Trainer Bernd Spille, der zahlreiche erkrankte und angeschlagene Spielerinnen hätte ersetzen müssen.
Spiel in Höltinghausen am 7. März
Besonders prekär wäre es bei der HSG zwischen den Pfosten geworden. Denn die einzige etatmäßige Torhüterin Anneke Alfs hatte nach einem Kopftreffer während des Trainings ein vorläufiges Sportverbot bekommen. Als sich dann noch weitere Spielerinnen krankheitsbedingt abmeldeten, wandte sich Spille an seinen Trainerkollegen des SVH. Beide Teams konnten sich direkt auf einen Nachholtermin einigen – das Spiel findet nun am Donnerstag, 7. März (20 Uhr), in Höltinghausen statt.
Spilles berufliche Veränderung
Für eine weitere Schlagzeile sorgt nun aber der HSG-Coach selbst – denn er gibt seinen Trainerposten nach nur einer Spielzeit wieder ab. Die Gründe dafür liegen freilich nicht im sportlichen Bereich, denn da könnte es für den Tabellendritten kaum besser laufen. „Es passt wirklich alles gut“, beteuert der 35-Jährige. „Wir haben schon viel gemeinsam aufgebaut, und ich hätte es auch sehr gerne fortgeführt. Aber aufgrund einer beruflichen Veränderung ist es für mich demnächst zeitlich einfach nicht mehr machbar, Trainingsarbeit und Spiele sowie den Job unter einen Hut zu bekommen“, erklärt Spille, der die HSG vor einer Woche über die neue Situation informierte. „Das ist schon sehr schade, und ich weiß, dass es auch Bernd leid tut“, sagt der HSG-Vorsitzende Lars Osterloh, der sich eine langfristige Zusammenarbeit mit Spille gut hatte vorstellen können. Osterloh betont aber auch: „Seine Entscheidung ist nachvollziehbar, der Job geht vor.“
Sportlich gute Karten
Für den HSG-Vorsitzenden, der bis vor dieser Saison selbst auf der Trainerbank der Oberliga-Frauen gesessen hatte, läuft nun die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin. „Erste Gespräche gab es schon“, informiert Osterloh. Er zeigt sich zuversichtlich, dass er möglichst schnell jemanden vom „HSG-Projekt“ überzeugen kann. Zumal die näher rückende Regionalliga-Qualifikation sicherlich ein gutes Argument pro Hude/Falkenburg darstellen dürfte. „Da haben sich unsere Karten am Wochenende weiter verbessert, obwohl wir selbst gar nicht gespielt haben“, sagt Osterloh mit Blick auf die Ergebnisse. Denn mit Heidmark und Lüneburg kassierten die beiden ersten Verfolger im Kampf um Rang drei jeweils Niederlagen. „Wir haben eine super Ausgangsposition“, findet der Huder.
Positive Kadergestaltung
Freut sich auf die HSG Hude/Falkenburg: Torhüterin Leonie Büchert (Mitte), im Bild mit Torwarttrainerin Sandra Peters und Coach Bernd Spille
Auch die Kadergestaltung gestalte sich positiv. Bis auf Mareike Zetzmann, die ihre Karriere ausklingen lassen wird, gebe es bislang noch keine Abgänge zu verzeichnen. „Die Mannschaft wird also größtenteils zusammenbleiben – auch das ist ein schönes Signal“, freut sich Osterloh. Mit Lena Klöcker und Leonie Büchert (beide vom VfL Oldenburg II) stehen zudem schon zwei Verstärkungen fest. Während Klöcker auf der Rechtsaußenposition spielt, steht Büchert im Tor, wo es aufgrund des Langzeitausfalls von Mareen Rump (Kreuzbandriss) Handlungsbedarf gab. Die 20-jährige Studentin hat vor ihrem Engagement in Oldenburg für den SV Warnemünde, SV Eintracht Rostock, Rostocker Handballclub und SV Grün-Weiß-Schwerin gespielt. „Mit dem Wechsel nach Hude erhoffe ich mir wieder etwas mehr Spielpraxis, um mich weiterzuentwickeln. Ich glaube, der Schritt zurück in die 4. Liga kann mir helfen, mich etwas vom Leistungsdruck zu befreien und wieder mit mehr Leichtigkeit und Spaß Handball zu spielen“, erklärt Büchert ihren Wechsel.
Zweite Mannschaft wiederbeleben
Ein weiteres positives Signal sieht der HSG-Vorsitzende außerdem in der Reaktivierung der zweiten Frauenmannschaft, die vor der laufenden Saison aus der Regionsoberliga zurückgezogen werden musste. „Wir werden zur nächsten Spielzeit die zweite Damen wieder ins Leben rufen“, kündigt Osterloh an. Als Trainer konnte man bereits Torren Frank gewinnen. „Er kommt aus Haren, stand bei uns im Oktober in der Halle und wollte etwas machen“, sagt Osterloh. Um eine optimale Schnittstelle zu schaffen, wird Frank neben der zweiten Damen auch die weibliche A-Jugend übernehmen. „Mit der Frauen-Reserve wollen wir ein Sprungbrett schaffen. Wir sind dabei auch für Spielerinnen von außerhalb offen, die sich perspektivisch in die erste Mannschaft hocharbeiten wollen“, erklärt Osterloh.
