Bietigheim - Am drittletzten Bundesliga-Spieltag haben die Handballerinnen des VfL Oldenburg eine – nicht ganz unerwartete – Niederlage kassiert. Am Samstagabend musste sich das Team von Trainer Niels Bötel beim Tabellenführer SG Bietigheim mit 27:38 (15:18) geschlagen geben. Durch den Sieg holte Bietigheim den Meistertitel – das stand bei Spielende aber noch nicht fest.
Erst als im weiteren Verlauf des Samstagabends die Begegnung zwischen Union Halle-Neustadt und Borussia Dortmund mit einem 28:28-Unentschieden geendet hatte, war klar: Bietigheim hat bei noch drei ausstehenden Spielen nun einen so großen Vorsprung, dass das Team den dritten Meistertitel in Serie (insgesamt ist es der fünfte) auch rechnerisch sicher hat. Auch ohne das Dortmunder Remis wäre den Bietigheimerinnen aufgrund ihres großen Vorsprungs und der überragenden Tordifferenz die Meisterschaft aber kaum noch zu nehmen gewesen. Entsprechend groß war der Jubel bereits bei Ende des Spiels gegen Oldenburg.
„Wir haben es in der ersten Halbzeit richtig gut gemacht, gegen ein Team, das zu den besten vier in Europa zählt, stark mitgehalten“, sagte Bötel: „Bietigheim hat dann doch zu viele Würfe auf das freie Tor bekommen, was unseren Fehlern vorne geschuldet war.“
Bietigheim Döll 11 Tore/4 Siebenmeter, Kudlacz-Gloc 6, Inger Smits 3, Dulfer 3, Behrend 3, Malá 3, Hafra 2, Xenia Smits 2, With 2, Hvenfelt 1, Faluvégi 1, Gassama 1.
Oldenburg Reinemann 8/2, Röpcke 6, Ronge 2, Korsten 2, Knippert 2/2, Martens 2, Steffen 2, Carstensen 1, Pfundstein 1, Borutta 1.
Zuschauer 721.
Die Oldenburgerinnen bereiteten den Gastgeberinnen, bei denen in Inger Smits, Kelly Dulfer, Jenny Behrend und Veronika Malá vier ehemalige VfL-Spielerinnen aktiv sind, vor 721 Zuschauern zunächst große Schwierigkeiten. Nach sieben Minuten führte das Bötel-Team mit 7:3. Nach elf Minuten gelang der Mannschaft von Trainer Jakob Vestergaard der Ausgleich, anschließend zog der Favorit leicht davon. Mit einer Drei-Tore-Führung für den alten (und später auch neuen) Meister ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel musste der VfL etwas abreißen lassen, Mitte der zweiten Hälfte betrug der Vorsprung Bietigheims erstmals zehn Tore.
Aufseiten des VfL war Toni Reinemann mit acht Toren die beste Werferin. Für Bietigheim, das sich jüngst in der Champions League überraschend für das Final-Four-Turnier in Budapest (1./2. Juni) qualifiziert hatte, traf Antje Döll am häufigsten (11).
Für die Oldenburgerinnen stehen nun noch zwei Spiele auf dem Plan. Am kommenden Samstag (18 Uhr, kleine Arena) spielt der VfL in eigener Halle gegen Sachsen Zwickau, am Samstag, 25. Mai (19 Uhr), geht es zum Saisonabschluss zu Union Halle-Neustadt.
