HANNOVER - Der Innenminister hält die Innenstädte für gefährdet. Großveranstaltungen sollen geschützt werden.
von Marco Seng,
Redaktion Hannover
HANNOVER - Keine Chance für Hooligans in Niedersachsen: Die Landesregierung will bei der Weltmeisterschaft 2006 hart gegen Fußball-Rowdys vorgehen. Mit verstärkten Grenzkontrollen, beschleunigten Strafverfahren und großer Polizeipräsenz sollen Krawalle verhindert werden. „Kriminalität und Gewalt dürfen keine Chance haben“, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover. Bilder wie in Slowenien dürften sich nicht wiederholen. Bei einem Länderspiel Ende März hatten deutsche Hooligans im und um das Stadion randaliert.Für die rund 17 000 Polizisten des Landes kündigte Schünemann eine Urlaubssperre während des vierwöchigen Turniers an. „Es kann nicht sein, dass für die WM in ländlichen Gebieten Stationen geschlossen werden.“ Der Minister fürchtet, dass sich die Hooligans möglicherweise in den Innenstädten austoben werden. Das gelte nicht nur für den Spielort Hannover. Alle größeren WM-Veranstaltungen im Land sollen deshalb von der Polizei geschützt werden. Als Brennpunkt gilt der Waterloo-Platz in der Landeshauptstadt, wo 25 000 Fans die Spiele auf einer Großbildleinwand verfolgen sollen.
Das Land will sich dafür einsetzen, dass bekannte ausländische Gewalttäter auch an den EU-Binnengrenzen abgefangen werden können. Einheimische Hooligans sollen durch Ansprachen, Platzverweise und Meldeauflagen in Schach gehalten werden. „Rädelsführer“ können laut Schünemann bis zu zehn Tage weggesperrt werden. Randalierern drohen zudem saftige Geldstrafen. In Niedersachsen sind der Polizei rund 650 Hooligans bekannt – bundesweit sind 10 000 registriert.
Das Land wappnet sich auch gegen mögliche Terroranschläge während des Großereignisses. Die Zahl der Sprengstoffspürhunde wird von 32 auf 45 aufgestockt. „Wir werden alles daran setzen, dass nichts passiert“, erklärte Schünemann. Das gilt auch für den Konföderationen-Pokal in diesem Sommer.
