HANNOVER - HANNOVER/TJA/HB - Mit dem Gewinn von zwei Silbermedaillen bei den offenen deutschen Wintermeisterschaften im Schwimmen in Hannover ging für den Polizei SV das bisher erfolgreichste Jahr seiner Vereinsgeschichte zu Ende. Am letzten Tag der Titelkämpfe erschwamm sich Svea Schroeder über 1500 m Freistil in 17:06,55 Min. die Vizemeisterschaft hinter der Potsdamerin Jaana Ehmke, deren Sieg in 16:57,99 Min. nie gefährdet war. Jan David Schepers hatte sich schon 48 Stunden zuvor über 400 m Lagen in 4:27,29 Min. hinter dem Favoriten Manuel Aberle aus Heidelberg (4:25,59 Min.) Silber gesichert.

Am Eröffnungstag war Svea Schroeder in 8:59,18 Min. noch Sechste über 800 m Freistil geworden. „Es hat sich ausgezahlt, dass ich auf die erstmals im Schwimmbecken stattfindenden fünf und zehn Kilometer sowie auf die 400 m Freistil verzichtet habe“, freute sich die 20-jährige Abiturientin nach dem Silbermedaillengewinn. So hatte Schroeder die Kraft, den Abstand zur Dritten, Johanna Manz (Mainz), und Sabrina Schäfer (Saarbrücken) ab 800 m kontinuierlich zu vergrößern. „Die Zeit hätte besser sein können, doch infolge der Abiturvorbereitungen musste ich meine Trainingsumfänge zurückfahren.“

Sein Saisonziel erreichte auch Schepers. Bei den deutschen Meisterschaften im Juni in Berlin hatte der 16-Jährige im Finale noch zu viel Respekt vor seinen wesentlich älteren Konkurrenten gezeigt. Diesmal ließ er keinen Zweifel aufkommen, wer über 400 m Lagen in den nächsten Jahren im Deutschen Schwimmverband (DSV) vorne mitmischen möchte. Gesundheitlich angeschlagen infolge einer Erkältung musste er seinem Trainingspartner beim dreiwöchigen Vorbereitungslehrgang in Italien, Manuel Aberle (Heidelberg), zwar noch den Vortritt lassen, doch die Zukunft auf dieser Strecke im DSV gehört wohl eindeutig dem PSV-Nachwuchstalent.

Über 200 m Lagen, wo Schepers unbedingt das Finale der besten Acht erreichen wollte, war er dann allerdings zu schnell: Disqualifiziert wegen Starts vor dem Startsignal, lautete das Urteil des Kampfgerichts. Ein Zucken auf dem Startblock hatte ausgereicht, um diesen Traum zunichte zu machen. „Das mache ich ihm nicht zum Vorwurf“, sah seine Trainerin Beate Schroeder gutmütig über diesen Lapsus hinweg. „Seine weiteren Zeiten über 400 m Freistil in 4:07,36 Min. und 200 m Brust in 2:23,59 Min. zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Nach einer nur knapp dreimonatigen Vorbereitungszeit zeigte auch Ole Harms vom Oldenburger SV über 400 m Freistil eine solide Leistung. Er wurde Fünfter in einem starken Teilnehmerfeld in 3:59,57 Minuten. Über 200 m Freistil reichte es im Finale in 1:53,90 Min. allerdings nur zu Platz sieben. Die geforderten Normen für die Aufnahme in die Sportförderkompanie der Bundeswehr im Jahr 2007 nach dem Bestehen des Abiturs unterbot der OSVer klar. Über 1500 m Freistil ließen starke Rückenschmerzen eine bessere Platzierung als Rang 13 in 16:31,76 Min. nicht zu.

Pech hatte Alibek Käsler vom Polizei SV. Der 18-jährige Teilnehmer an den diesjährigen Junioren-Europameisterschaften musste wie viele andere der deutschen Schwimmelite infolge Krankheit auf einen Start verzichten.