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Tischtennis Heye Koepke schmettert sich EM-Frust von der Seele

Andreas Lehmkuhl

Hannover - Nach mehr als vier Monaten Wettkampfpause durfte Heye Koepke, der in diesem Sommer als neue Nummer zwei von Regionalliga-Aufsteiger OTB sportlich in die Heimat zurückgekehrt ist, am Wochenende wieder ein Turnier spielen. „Das war sehr gut organisiert und super, um endlich mal wieder Wettkampfpraxis zu bekommen“, meint der Oldenburger, der sich beim Einladungskräftemessen „Hannover Masters“ den Frust über die Absage der Jugend-EM von der Seele schmetterte. In starker Manier sicherte sich der 17-Jährige Platz eins.

Spaßiger Start

Namentlich an das „Düsseldorf Masters“ angelehnt, in dem seit einigen Wochen die besten deutschen Profis regelmäßige Turniere spielen, aber doch in etwas anderem Modus, hatte Hannover 96 auf die neue Verordnung des Landes Niedersachsen schnell reagiert und ins eigene Vereinssportzentrum 16 Spieler eingeladen. Außer Carlo Rossi und Dennis Rabaev war die komplette aktuelle Regionalliga-Auswahl dabei, aus dem Team der vergangenen Saison neben Koepke auch Richard Hoffmann, dazu weitere Spieler aus dem Bereich Hannover und dem Sportinternat, auf das auch der Oldenburger 2018 gewechselt war.

Keine Jugend-EM

Eine bittere Nachricht gab es in der vergangenen Woche für Heye Koepke. Am Mittwoch wurde die Jugend-EM in Zagreb aufgrund der Corona-Krise endgültig abgesagt, nachdem sie zunächst noch vom Juli in den September verlegt worden war.„Das wäre der erste richtige Wettkampf nach der Pause gewesen – und dann gleich so ein Highlight“, sagt Koepke: „Nach der Nachricht vom Bundestrainer war ich im Training doch erstmal etwas demotiviert.“

Im Gegensatz zu einigen anderen Kollegen, die sich Hoffnungen auf Einsätze für Deutschland auf der EM-Bühne machen durften, hat der Oldenburger noch ein Jahr in der Jugend vor sich. Damit hat er vielleicht in der nächsten Saison die Chance auf seine erste Europameisterschaft.

Anders als in Düsseldorf, wo nur es nur einen Centercourt gibt, waren in zwei Hallen insgesamt acht Tische aufgebaut. Gespielt wurde in vier Vierergruppen mit anschließendem K.o.-System und Platzierungsspielen, so dass jeder Spieler sieben Partien bestritt.

„In den Gruppenspielen und dem ersten Hauptrunden-Spiel war das Ganze noch eher spaßig und locker. Danach kam aber wirklich ein bisschen Wettkampf-Atmosphäre auf – auch wenn vielleicht nicht ganz so viel gepuscht und taktiert wurde wie bei einem normalen Turnier“, meinte Koepke, der zunächst die Regionalliga-Akteure Felix Misera (96) und Michael Khan Orhan (TuS Celle) jeweils 3:0, danach Max Kulins (SC Marklohe, Oberliga) sowie im Achtelfinale Kevin Matthias (Eintracht Bledeln, Oberliga) jeweils 3:2 bezwungen hatte.

Furioses Finale

Einem sicheren 3:0 gegen Tammo Misera (96) folgte ein packendes 3:0 gegen Hoffmann, mit dem er in der abgelaufenen Saison für Hannover in der 3. Liga gespielt hatte und der nun für Bledeln spielt. „Wir haben das beide richtig ernst als Test genommen, wo man denn gerade steht“, erklärt Koepke, der beim furiosen 3:0-Finaltriumph dem 16-jährigen Vincent Senkbeil (Celle) keine Chance ließ. „Das ganze Turnier war super, um auch mal wieder die Nervosität und Emotionalität bei knappen Spielständen zu empfinden“, meint Koepke.

Eine weitere Auflage der „Hannover Masters“ sei noch nicht konkret geplant. „Aber das Konzept hat gut funktioniert“, sagt der Oldenburger: „Ich kann mir vorstellen, dass es nach den Ferien vielleicht noch ein Turnier gibt, und das nach den guten Erfahrungen dann noch stärker besetzt ist.“

Energische Einheiten

Bis dahin will der 17-Jährige weiter energisch arbeiten. „Spielerisch bin ich schon wieder gut drin. Das Training in letzter Zeit war aber auch sehr hart, gerade weil man wegen fehlender Wettkämpfe keine Belastungspausen machen musste“, erklärt er und ergänzt: „In den Ferien wird es so weiter gehen, das wird sich dann aber auch in der kommenden Saison auszahlen.“

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