Cloppenburg/Hollage - Aus der Traum vom Bezirkspokal-Finale für den Fußball-Landesligisten Hansa Friesoythe nach dem 2:4 (0:2) beim Bezirksligisten BW Hollage. Friesoythe wäre, so wollte es die Auslosung, im Finale Gastgeber gewesen, weil sich Ligakonkurrent VfL Oythe beim Bezirksligisten Falke Steinfeld mit 6:4 (2:0, 2:2) nach Elfmeterschießen durchgesetzt hat.
Friesoythe kontrollierte die Partie, die mit Verspätung begann. Die Schiedsrichter hatten im Stau gesteckt, Hollages Trainer Nico Fehlhauer war kurz vor Beginn von seiner Dienstreise aus Manchester zurückgekehrt. Hansa fehlte gegen sehr diszipliniert verteidigenden Gastgeber die zündende Idee, der tödliche Pass in die Spitze. So führte ein Fehler zum ersten Tor.
Nicolas Lanwert erspähte eine Lücke im Hansa-Zentrum, Dennis Panzlaff stürmte aus seinem Tor, beide stürzten – der Elfmeterpfiff ertönte. „Ich habe ihn nicht getroffen“, sagte Panzlaff auf NWZ-Nachfrage. Er war im Gesicht vom Stollen des Gegners getroffen worden, so dass er später operiert werden musste.
Raffael Koschmieder ersetzte ihn, konnte gegen Hollages Kapitän Gerrit Freudenbergs Elfmeter nichts ausrichten (26.). Der Gast erholte sich, behielt die Spielkontrolle, doch bis auf eine dicke Chancen für David Schiller, dessen Versuch abgeblockt wurde (31.), kam zu wenig heraus trotz eines Eckenverhältnisses von 6:1 zur Pause, doch da hatte es schon ein zweites Mal bei Hansa geklingelt. Drei Abwehrspieler konnten Sebastian Lübben nicht vom Ball trennen – 2:0 (42.).
„Irgendwie ist dieses Spiel ein Spiegelbild unserer Saison. Uns fehlt die Konstanz. Zwei, drei Fehler wirken sich entscheidend aus“, sagte Trainer Hammad El-Arab. Es kam noch schlimmer. Hoch motiviert, das Spiel drehen zu wollen, stand der Gast schon fünf Minuten vor dem Gegner wieder auf dem Platz. Aber nach 52 Minuten war Hansa erneut geschlagen: Eine Körpertäuschung von Daniel Lutzer reichte und damit freie Bahn für ihn zum unhaltbaren 3:0.
Die tapferen Hansa-Fans, die für mehr Stimmung als das Heimpublikum sorgten, waren erst geschockt, dann für den Rest der Spielzeit hin und her gerissen. Denn ihre Spieler gaben nicht auf, plötzlich stand die Hansa-Kogge unter vollen Segeln mit neuen Kräften. Mit einem wahren Kraftakt drosch der eingewechselte Nermin Becovic die Kugel zum 1:3 ins Netz (70.). Fünf Minuten danach schaufelte Einwechselspieler Markus Rohe den Ball per Bogenlampe zum 2:3 ins Tor. Angesichts des Sturmlaufs der Gäste völlig verdient. Und sie drückten mit allem, was in weißen Trikots auf dem Platz stand. Viele Chancen, viele Ecken, aber der Ball wollte gegen nun immer müder werdende Hausherren nicht mehr ins Tor gehen. Stattdessen traf auf der Gegenseite nach einer Ecke Daniel Holstein per Kopfball zum 4:2 (88.).
„Wir mussten alles riskieren, haben die Ecke nicht mehr komplett verteidigt, um möglichst schnell wieder kontern zu können“, sagte El-Arab, der die starke Moral nach dem 0:3-Hammer herausstrich. „Da haben wir alles gegeben und eben auch Pech gehabt, denn der Ausgleich wäre nicht unverdient gewesen“, sagte der Trainer, der für das letzte Punktspiel an diesem Sonntag um 15 Uhr beim VfR Voxtrup die eine oder andere personelle Veränderung plant.
Tore: 1:0 Freudenberg (26., Foulelfmeter), 2:0 Lübben (42.), 3:0 Lutzer (52.), 3:1 Becovic (70.), 3:2 Rohe (75.), 4:2 Holstein (88.).
Hansa: Panzlaff (25. Koschmieder) - Schlangen, Bröring, Thomes, Garcia, Landgraf, Büter (62. Rohe), Siderkiewicz, Schiller (55. Becovic), Jahdadic, Gill. Schiedsrichter: Jannik Weinkauf (Oldenburg).
