HARPSTEDT - HARPSTEDT/GSA - Nach dem großen Zuspruch im vergangenen Jahr soll auch am kommenden Sonntag, 1. Oktober, zum Erntedankfest der Gottesdienst in der Christuskirche Harpstedt in plattdeutscher Sprache gefeiert werden. Einen Moment hatte der Gastprediger, Pastor Ahlrich Fleßner aus Aurich, mit der Zusage für Harpstedt gezögert, denn am 1. Oktober beginnt der Punktspielbetrieb im ostfriesischen Nationalsport Boßeln. Und der Geistliche kann das wirklich gut. Er war vor fünf Jahren sogar Landesmeister. Seit 45 Jahren geht er diesem Hobby nach im Boßel-Verein Fahne.

Und dort wird nur Plattdeutsch gesprochen. „Es ist meine Mutter- und Vatersprache, es ist meine Heimat“, sagt der Ostfriese, der in verschiedenen ostfriesischen Gemeinden gewirkt hat und jetzt am Gymnasium in Leer Religionsunterricht erteilt und Gefängnis-Seelsorger in der Haftanstalt Emden und der Untersuchungshaftanstalt in Aurich ist.

Fleßner ist stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Plattdütsch in de Kark“ in Niedersachsen/Bremen und hält regelmäßig Hörfunkandachten im Norddeutschen Rundfunk.

In seiner Predigt wird Fleßner den 2. Korintherbrief 9, Vers 8 auslegen: „Gott kann sien ganze Gnaad över jau utschütten, so dat ji jümmer un vun allens mehr as ’noog hebbt un ji free weerd un Goodes daun künnt.“ Im Gottesdienst übernimmt Grete Pilath aus Klein Ippener die plattdeutsche Epistel-Lesung. Pastor Gunnar Schulz-Achelis wird die Gemeinde in Hochdeutsch begrüßen und die Abkündigungen übernehmen. Die Liturgie wird in Plattdeutsch von Fleßner gesungen. Durch Liederzettel kann die Gemeinde alles genau verfolgen und mitsingen. Der Landfrauenchor unter Leitung von Linde Wessel wird drei Lieder, darunter zwei Titel in niederdeutscher Sprache, vortragen. Der Posaunenchor unter Leitung von Klaus Corleis begleitet die beiden plattdeutschen Choräle nach bekannten Melodien – und übernimmt das Nachspiel. Nach dem Gottesdienst kann man beim

Kirchkaffee im Nordschiff mit Fleßner – in welcher Sprache auch immer – ins Gespräch kommen.