Ganderkesee - Einen Punkt im Abstiegskampf und ganz viele Schulterklopfer verdienten sich am Dienstagabend die Landesliga-Handballer des TSV Ganderkesee: Mit dem letzten Aufgebot angetreten, knöpften sie dem Tabellenzweiten TSG Hatten-Sandkrug II im Landkreisduell ein mehr als verdientes 25:25 (13:10) ab.
Während die Gäste eine über weite Strecken enttäuschende Leistung ablieferten und spielerisch wie kämpferisch einiges schuldig blieben, wuchsen die Hausherren vor knapp 100 Zuschauern förmlich über sich hinaus. Besonders Torhüter Marco Brandt wurde zum starken Rückhalt und entschärfte 19 schwierige Bälle. „Ich habe mich erst im letzten Moment für Marco entschieden“, meinte TSV-Coach Jörn Franke glücklich und attestierte seinem Keeper eine „überragende Leistung“.
Seinen zweiten Torhüter, Andreas Kirschning, musste Franke wegen der großen Personalnot sogar als Feldspieler aufbieten. „Mir fehlten sieben Leute“, erklärte Franke, der zwar nur über einen „zusammengewürfelten Haufen“ verfügte, doch verkaufte sich dieser als klasse Einheit. „Die Jungs haben als Mannschaft hervorragend gekämpft und eine tolle Moral gezeigt.“
Genau in diesem Bereich mangelte es bei den favorisierten Sandkrugern. „Die kämpferische Einstellung hat bei uns überhaupt nicht gestimmt. Am Ende müssen wir sogar noch froh sein, dass wir überhaupt einen Punkt mitnehmen“, bilanzierte TSG-Trainer Grzegorz Goscinski.
In der ausgeglichenen ersten Halbzeit konnten die Sandkruger nur einmal beim 8:7 durch Malte Kubitzki per Siebenmeter in Führung gehen (20. Minute). Ansonsten bestimmten die Ganderkeseer das Geschehen, lagen meistens mit einem Tor vorne und erhöhten kurz vor der Pause durch Michael Uken, den reaktivierten Carsten Laurus sowie Mario Wessels per Kempator nach Uken-Zuspiel auf 13:10. Dass diese Führung nicht noch höher ausfiel, lag unter anderem auch an der guten Torhüterleistung von Sandkrugs Jan Tholen.
Turbulent und weitaus härter ging es nach dem Wiederanpfiff weiter. In der 34. Minute drohte die Partie kurz zu eskalieren, als Laurus auf unsanfte Art Norman Schuler zu Boden riss. Der Sandkruger musste lange Zeit behandelt werden, der Ganderkeseer sah die Rote Karte. Dass die Schiedsrichter eine Tätlichkeit des TSG-Spielers Maximilian Schwarze bei der anschließenden Rangelei nur mit einer Zweiminutenstrafe ahndeten, war etwas schmeichelhaft – dafür musste ihn Sascha Zink ebenfalls auf die Bank begleiten.
In Überzahl agierend, schien der TSV diese hitzige Szene besser zu verkraften und baute seine Führung auf 15:10 aus. Immerhin raufte sich die TSG anschließend zusammen, glich beim 21:21 erstmals wieder aus und schaffte durch Lars Kampmann per Gegenstoßtor sogar die Führung (49.). „Da haben wir es versäumt nachzulegen“, meinte Goscinski. Hinzu kam, dass sich bei den Gästen Jurrien Nijhof nach einem insgesamt enttäuschenden Auftritt ebenfalls mit der Roten Karte verabschiedete (52.). Ganderkesees Mario Wessels, der als umfunktionierter Spielmacher eine starke Partie abgeliefert hatte, zog sich bei Nijhofs Foul – ebenso wie zuvor Schuler – eine leichte Gehirnerschütterung zu. „Er war für einen Moment ohnmächtig“, sagte sein Trainer.
In den letzten Minuten legte der TSV dann immer einen Treffer vor; den unter dem Strich gerechten Ausgleich erzielte Sandkrugs Razvan Ghimes 34 Sekunden vor Schluss.
