Horumersiel - „Nur die Harten kommen in den Garten“, meinte Regattawart Tanno Kruse bei der Siegerehrung der 44. Horum-Regatta: Lausige Temperaturen und starker Wind aus Nordwest hatte den Dickschiffseglern am Sonnabend kein reines Sommervergnügen beschert, sondern die Widerstandskraft auf eine harte Probe gestellt. Auch die ursprünglich gemeldeten 60 Yachten kamen nicht zusammen. Für die Mannschaften, die trotz der Widrigkeiten über den Kurs segelten, war „Horum“ wieder eine echte Herausforderung.

Schon bei der Anreise der Boote aus Wilhelmshaven gab es erste Ausfälle: Einige Yachten kehrten am Freitagabend zurück in ihren Heimathafen. Starker Nordwind gegen Tidestrom ließ die Fahrt nach Horumersiel zu einer Achterbahnfahrt werden.

Damit blieben am Sonnabend 16 gemeldete Schiffe fest vertäut. Die Regattaleitung gab per UKW-Funk die Anweisung: „Alle Bootsklassen segeln heute die Starkwindbahn.“ So kam es dazu, was seit etlichen Jahren nicht mehr eingetreten war: Die Regattakurse wurden nicht bis vor Wangerooge gesegelt, sondern die Boote blieben im Schutz der Insel Minsener Oog.

Ab 8.50 Uhr schickte die Wettfahrtleitung mit Alfred Janßen, Wolfgang Hackober und Werner Ströher, die sich auf dem Startschiff „Gesine“ eingerichtet hatten, die Yachten auf drei unterschiedlich lange Kurse. Der starke Nordwestwind (6 Beaufort) und hohe Wellen stellten die Skipper und ihre Crews auf eine harte Probe; zunächst herrschte zudem Nebel. Hoch am Wind segelten die Yachten in langen Schlägen nordwärts, um dann in Höhe Minsener Oog eine Reedetonne auf der Ostseite der Jade zu runden. Acht Bootseigner brachen die Wettfahrt nach den ersten Meilen ab.

Nach gut vier Stunden teilweise recht nasser Segelei gingen die erste Boote durchs Ziel auf Schillig-Reede.

Die Regattafete mit Siegerehrung bot dann Gelegenheit, den gemeinsam erlebten Tag auf See zu reflektieren und den Kurs bei Bier und Bratwurst noch einmal abzusegeln. Von allen wurde die Umstellung des Regattakurses auf die Starkwindbahn begrüßt. „Wir freuen uns über unsere vielen treuen Horum-Teilnehmer und begrüßen auch die Neuzugänge“, sagte der Vorsitzender Segelkameradschaft Horumersiel, Weert Siuts. Für alle Teilnehmer gab es Erinnerungsbecher, für die Erstplazierten in den jeweiligen Klassen schmucke Segeltaschen, die SKHS-Mitglied und Segelmacher Bernd Ihnken angefertigt hatte.

Vor der Übergabe der Preise dankte Regattawart Tanno Kruse besonders den Sponsoren und den Besatzungen der Sicherungsboote von DLRG und DGzRS. Den „ewigen“ Wanderpreis, ein Modell der Spitzbake von Mellum, gewann die Wassersportverein Hooksiel (WSV).