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NWZonline.de Sport

Weltmeisterschaft In Budapest: Hausding holt Silber – Schwimmerin kollabiert im Ziel

21.07.2017

Balatonfüred Patrick Hausding jubelte am Abend über seine zweite Medaille, die Freiwasserschwimmer um die im Ziel kollabierte Finnia Wunram waren dagegen wieder vom Pech verfolgt. Der Berliner Hausding gewann nach Bronze im Synchronspringen vom Turm mit Sascha Klein im Springen von Drei-Metter-Brett mit 526,5 Punkten sogar Silber hinter Xie Siyi (China/547,10), ist aber weiter der einzige deutsche Medaillengewinner bei der WM in Ungarn. Denn die 4 x 1,25-Kilometer-Staffel, größte Hoffnung der Freiwasserschwimmer, belegte nur Rang acht. Wenn auch unter höchst unglücklichen Umständen.

Wunram plagte sich nach einer Kollision zum Start mit Kreislaufproblemen und Schnappatmung herum, im Ziel verließen sie dann völlig die Kräfte. „Sie musste aus dem Wasser gezogen werden, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, selbst rauszusteigen. Dann ist sie kollabiert“, berichtete Bundestrainer Stefan Lurz nach Platz acht der deutschen Freiwasser-Staffel bei der WM über seine Startschwimmerin: „Gott sei Dank war sie nach zehn Minuten wieder stabil.“

Gesundheitlich ging Wunrams unglücklicher Zusammenprall mit dem Russen Sergej Bolschakow am Donnerstag im Plattensee also glimpflich aus. Die 21-Jährige war unter Wasser gezogen worden, bekam im Gedränge Tritte und Schläge gegen Kopf, Nacken und Rücken ab. Am Ende eines großen Kampfes über 1,25 Kilometer hyperventilierte sie. Rund anderthalb Stunden später kehrte sie aber bereits wieder ins Teamhotel zurück. „Körperlich gibt es keine weiteren Gefahren“, versicherte Lurz und lobte die Magdeburgerin für ihr Kämpferherz.

Und auch sportlich betrieb das deutsche Quartett bei der WM-Premiere im neuen Modus Schadensbegrenzung. Dennoch schüttelte Lurz ernüchtert den Kopf. „Wenn der Wurm drin ist, ist einfach der Wurm drin.“ Die Staffel, die 2015 im alten Modus Gold gewonnen hatte, war für den Bundestrainer von Anfang an die größte Medaillen-Hoffnung bei den Titelkämpfen in Ungarn. „Aber nach 20 Metern war die Medaillen-Hoffnung vorbei“, erklärte er.

Nachdem Wunram als Letzte im 19er-Feld übergab, machten Leonie Beck, Sören Meißner (beide Würzburg) und Rob Muffels (Magdeburg) noch einige Ränge gut. „Platz acht nach dem Start ist absolut okay“, konstatierte Lurz und wollte nicht groß darüber nachdenken, was ohne das Missgeschick möglich gewesen wäre.

Rob Muffels haderte derweil wegen der entgangenen Chance. „Ich glaube, dass wir im Normalfall durchaus im Bereich um eine Medaille gelegen hätten“, meinte er. „Aber Freiwasserschwimmen ist ein Kontaktsport. So etwas passiert.“ Letztlich fehlten Deutschland nach 55:41,80 Minuten 70 Sekunden zu Italien auf dem Bronzerang. Gold holte Frankreich (54:05,90) vor den USA.

Und so droht dem DSV-Team im Plattensee eine WM ohne Medaille, nachdem es schon in den vorherigen vier Einzelrennen leer ausgegangen war. Am Freitag finden zum Abschluss der Wettbewerbe die Rennen über 25 Kilometer der Frauen und Männer statt. „Medaillen kann man nicht erwarten“, sagte der Bundestrainer. Er hofft aber auf gute Platzierungen, vor allem von der erfahrenen Angela Maurer (41/Wiesbaden). Auch Andreas Waschburger (30/Saarbrücken) sei „erfahren, und er hat sich viel vorgenommen. Ich hoffe, nicht zu viel.“ Für die Neulinge Sarah Boßlett (23/Saarbrücken) und Meißner gehe es darum, ins Ziel zu kommen.

Derweil verpassten Tina Punzel (Dresden) als 35. und Friederike Freyer als 39. unter 40 Starterinnen den Einzug ins WM-Halbfinale im Springen vom Drei-Meter-Brett. „Es sind einfach zu viele Fehler passiert“, sagte die Leipzigerin Freyer.

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