Chambéry - Ein Horrorsturz von Mitfavorit Richie Porte bei Tempo 80 hat die Königsetappe der 104. Tour de France überschattet – und auch den hinterhältigen Angriff von Fabio Aru auf Patron Chris Froome zur Nebensache verkommen lassen.
Der Australier kam am Sonntag auf der rasanten Abfahrt der neunten Etappe vom Mont du Chat von der Straße ab, überschlug sich und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung. Für Porte endeten die Tour-Hoffnungen im Krankenhaus. Der 32-Jährige erlitt Brüche des Schlüsselbeins und der Hüftpfanne.
Auch die Konkurrenten Nairo Quintana (Kolumbien) und Alberto Contador (Spanien) muss Froome kaum mehr fürchten, beide wurden bei der Kletterpartie über 4600 Höhenmeter und drei Berge der höchsten Kategorie abgehängt.
Den Sieg nach 181,5 Kilometern von Nantua nach Chambéry holte sich der Kolumbianer Rigoberto Uran im Foto-Finish vor dem Franzosen Warren Barguil vom deutschen Sunweb-Team. Froome belegte den dritten Platz und sicherte sich damit vier Sekunden Zeitgutschrift. Damit liegt er in der Gesamtwertung vor dem Ruhetag an diesem Montag 18 Sekunden vor Aru.
Dass der italienische Meister und noch einzige ernsthafte Rivale mit allen – auch unfairen – Mitteln kämpft, zeigte der Astana-Profi am letzten Anstieg. Bei einem Defekt von Froome blies er sofort zur Attacke – eine grobe Unsportlichkeit, für die er keine Mitstreiter fand. Von seinem Team wurde er daraufhin offenbar zurückgepfiffen, wütend schlug er auf den Lenker.
Bis auf die Schrecksekunde hatte Froome dagegen alles im Griff, auch als Einzelkämpfer ließ der Sky-Kapitän keine Angriffe auf das Gelbe Trikot zu. Außerdem stellte der 32-Jährige seine ausgezeichneten Abfahrtsqualitäten unter Beweis. Dabei musste Froome den Verlust von Edelhelfer Geraint Thomas in Kauf nehmen. Der Auftaktsieger von Düsseldorf kam auf der Abfahrt vom Col de la Bich zu Fall und erlitt einen Schlüsselbeinbruch.
