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Relegation Gegen Heidenheim Werder zittert sich zum Klassenerhalt

Lars Blanke

Heidenheim - Für das wichtigste Fußballspiel der jüngeren Vereinsgeschichte hatten sie bei Werder Bremen extra ein neues Trikot entworfen. Mit dem Weserstadion auf der Brust und in den Farben grau und schwarz trat der Traditionsverein von der Weser nach dem 0:0 im Hinspiel am Montagabend zum Rückspiel beim 1. FC Heidenheim an – und gerade in der Anfangsphase wirkte es so, als ob da auch neue Spieler in den neuen Trikots steckten. Vor allem dank ganz starker erster 15 Minuten, die den Grundstein für das 2:2 (1:0) auf der Ostalb legten, rettete sich Werder nach einer gruselig schlechten Saison vor dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte.

Eigentor des Ex-Bremers

Ausgerechnet Heidenheims früherer Bremer Norman Theuerkauf bugsierte mit einer unglücklichen Aktion den Ball bereits in der dritten Minute über die eigene Torlinie. Nach zehn Minuten und den Chancen von Joshua Sargent (1.), Milot Rashica (8.) und Davy Klaassen (9.) war die Führung des Erstligisten bereits überaus verdient – von der Bremer Harmlosigkeit aus dem Hinspiel war nichts mehr zu sehen. Als kurz vor Schluss Tim Kleindienst in der 85. Minute zum 1:1 abstaubte, hieß es noch einmal zittern. In der 94. Minute konterte Ludwig Augustinsson zum 2:1, der Elfmeter von Kleindienst zum 2:2 blieb ohne Folgen (90.+6), da die Auswärtstorregel für Werder sprach.

Trainer Florian Kohfeldt hatte im Vergleich zur Partie am vergangenen Donnerstag die Startelf auf drei Positionen verändert. Für den gelb-rot-gesperrten Niklas Moisander rückte der zuletzt gelbgesperrte Kevin Vogt ins Team. Ludwig Augustinsson verteidigte links hinten, weil Marco Friedl in die halblinke Innenverteidigung rückte und Philipp Bargfrede auf die Bank musste. Im Sturm setzte der Trainer zunächst auf Joshua Sargent statt auf Niclas Füllkrug. Kohfeldt hatte schon vor der Partie erklärt, dass er überlege, wie er Füllkrug nach dessen Verletzungspause einsetze.

Werder geht vorne drauf

In den besagten ersten 15 Minuten presste Werder sehr hoch und erspielte sich die Torchancen. Erst danach hatte der Zweitligist, der noch nie in der ersten Liga gespielt und für den die Relegation laut Trainer Frank Schmidt eine „Lebenschance“ darstellte, seine Nervosität abgelegt. Die zweikampfstarken Heidenheimer waren präsenter in den Duellen Mann gegen Mann, nach vorn entwickelten sie aber keinerlei Torgefahr.

Werder schaltete zwar offensiv einen Gang zurück, verwaltete im Gefühl eines Zwei-Tore-Vorsprungs – die Heidenheimer mussten nun aufgrund der Auswärtstorregel unbedingt gewinnen – das Ergebnis souverän und geschickt. Bis zur Pause ließen Vogt und Co. gar keine Heidenheimer Torchance zu.

Nach dem Wechsel und der Umstellung auf drei Spitzen legten die Gastgeber plötzlich los. Stefan Schimmer hämmerte den Ball aus kurzer Distanz über die Latte (46.), dann setzte David Otto einen Kopfball frei am Tor vorbei (47.). Werder wirkte überrascht, berappelte sich aber. Augustinsson hatte die Chance aufs 2:0 (58.), dann hätte Sargent frei vor dem Tor die Vorentscheidung besorgen müssen (59.).

Sturmlauf bleibt aus

Mit dieser Doppelchance gewann Werder an Sicherheit. Ein Sturmlauf Heidenheims blieb in der Endphase aus, auch nachdem Kleindienst traf. Augustinsson traf ins leere Tor – und so nahm eine aus Bremer Sicht verkorkste Saison noch ein glückliches Ende.

1. FC Heidenheim: Müller - Busch (77. Multhaup), Mainka, Föhrenbach - Schnatterer (46. Schimmer), Griesbeck, Dorsch (68. Dorsch), Theuerkauf - Leipertz (67. Mohr), Kleindienst, Thomalla (46. Otto).

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic (68. Langkamp), Friedl, Augustinsson - Vogt - M. Eggestein, Klaassen - Osako (68. Bartels) - Sargent (88. Groß), Rashica (80. Füllkrug).

Tore: 0:1 Theuerkauf (3., Eigentor), 1:1 Kleindienst (85.) 1:2 Augustinsson (90.+4), 2:2 Kleindienst (90.+6).

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