Heidmühle - Die ersten 45 Minuten gestalteten sich sehr ruhig. Beide Mannschaften auf Ballsicherung aus, geprägt war die Partie von Fehlpässen und Stockfehlern. Bis zu den jeweiligen Sechzehnmeterräumen schafften es beide Mannschaft manchmal, dann war aber auch Schluss. Erst in der 31.Minute gab es die erste Torchance der Partie. Einen Freistoß der Gäste durch Joel Tata Nsah wurde von HFC Schlussmann Marco Maaß gehalten.
Von einem Spitzenspiel war die Partie auch weit entfernt, es gab kaum Zweikampfsituationen und schon gar keine Ballstafetten. Leichte Unruhe kam nach einem Foul an die Gäste in der 40.Minute auf, doch Emotionen sehen auch anders aus.
Auf der anderen Seite hatte des HFC so etwas wie eine Chance, ein Freistoß konnte zur Ecke geklärt werden, diese konnte jedoch auch nicht verwertet werden und so ging es mit einem torlosen Remis in die Pause.
Mit Beginn der zweiten Hälfte kamen die Gastgeber schwungvoller in die Partie. Mit der ersten Ballberührung direkt nach dem Anstoß gab es ein Foulspiel des HFC, sozusagen ein Zeichen, das es jetzt mehr zur Sache gehen würde? Auf jeden Fall hatte Henrik Wendt in der 51.Minute eine erste HFC-Chance, sein Schuss ging aber am Tor der Gäste vorbei.
In der 55.Minute war es dann aber soweit. Nach einem Chip-Ball von Johannes Wielspütz über die SVW Abwehr setzte Alexander Koschek das Leder ins lange Eck zum 1:0 in die Maschen. Die Gäste wollte sofort die Antwort liefern, der HFC stand in der Abwehr jedoch sicher und das kurze Strohfeuer der Gäste endete auch wieder. Vom Emotionen einen Top-Spiels war allerdings immer noch nichts zu sehen.
In der 65.Minute nutzten die Gäste dann aber ihre erste Torchance der zweiten Hälfte zum Ausgleich. Sascha Abraham spielte einen Pass auf seinen Mitspieler, dieser spitzelte den Ball vor dem herauseilenden Marco Maaß zurück auf Abraham und dieser hatte beim 1:1 ins leere Tor wenig Mühe. Auf der anderen Seite vergab Claas Roschke eine Großchance, in dem er den Ball knapp über das Tor setzte.
In der 69.Minute wurde ein Angriff der Gäste abgeblockt, Sascha Abraham nahm den abprallenden Ball aus halblinker Position direkt, und traf ins linke Eck, das Spiel war urplötzlich gedreht. In der 75.Minute segelte ein HFC-Freistoß von Johannes Wielspütz durch den Strafraum der Gäste, allerdings kam niemand mehr an den Ball, der dann ins Aus ging,
Bitter für die Gäste aus Wilhelmshaven, Torhüter Pavel Kolev verletzte sich bei einem Zusammenprall und musste in der 80.Minute ausgewechselt werden. In der 83.Minute gab es erneut Freistoß für den HFC den wieder Johannes Wielspütz hereinbrachte. Dieser wurde mit dem Kopf von Lasse Patelt noch verlängert, ging aber knapp am Tor des SVW vorbei.
In den letzten Minuten drängte der HFC auf den Ausgleich, wirklich in Bedrängnis kamen die Gäste allerdings nicht mehr. Einmal wurde es für die Gäste in der 90.Minute aber doch noch brenzlig, doch Serhat Tayan scheiterte zweimal am eingewechselten SVW-Keeper Germain Böke.
In der dritten Minute der Nachspielzeit wurde ein Schuss von Alexander Koschek zur Ecke gelenkt, die aber schließlich von Böke gehalten wurde. Den Schlusspunkt setzte Gilles Youmbi Foumbi in der sechsten Minute der Nachspielzeit, der gleich vier Abwehrspieler des HFC austanzte und auch noch mit dem Torhüter Katz und Maus spielte. Schiedsrichter Philip Eiben, der mit dem Spiel keine Mühe hatte, pfiff das Spiel kurze Zeit später ab.
Foto: Volkhard Patten
„Wir haben nicht sehr viel zugelassen, standen in der Abwehr recht gut. Es war eine gute Mannschaftsleistung und am Ende auch ein verdienter Sieg“, sagte SVW-Coach Lars Klümper. „Wir waren heute sehr Zweikampfstark“, fügt Klümper an, der seinem Torschützen Sascha Abraham „einen guten Lauf“ attestiert.
HFC-Trainer sah den Knackpunkt der Partie in der eigenen Führung seiner Mannschaft. „Der Knackpunkt des Spiels war das 1:0 für uns. Aus unerklärlichen Gründen haben wir plötzlich aufgehört Fußball zu spielen, standen nur noch hinten drin, hatten kein Selbstvertrauen und lassen uns unglaublich weit nach hinten drängen. Die Dominanz ging flöten, das 1:0 war ein negativer Wendepunkt. Unsere Führung ist uns letztlich zum Verhängnis geworden. Es war schon klar das keine der beiden Teams alles auf Teufel komm raus nach vorne werfen würde. Wir waren auch in der zweiten Hälfte spielbestimmend, machen aber die Chancen nicht und als das 1:0 schließlich fällt, wirft uns das selbst zurück. Am Ende fehlte ein wenig die Cleverness, aber wir haben eine junge Mannschaft, die noch lernt. Heute ist aber einfach Scheiße“.
