Heidmühle - Sie hatten den vorab klar favorisierten SC Melle im heimischen Klosterpark über eine Stunde lang am Rande einer Niederlage, führten bereits vermeintlich komfortabel mit 2:0 und schlichen am Ende dennoch wieder mit leeren Händen vom Platz. Grund: Ab der 70. Minute waren die Fußballer des Heidmühler FC plötzlich völlig von der Rolle, ließen binnen sieben Minuten gleich drei Gegentreffer zu und unterlagen als Schlusslicht dem neuen Tabellenvierten tatsächlich noch mit 2:3.
„Es ist unglaublich“, sagte HFC-Coach Markus Olbrys: „Der Gegner war tot. Wir hatten nach der Pause Chancen fast im Drei-Minuten-Takt, haben die Meller in deren Hälfte eingeschnürt, fast alle Zweikämpfe gewonnen und gut kombiniert – nur um mit dem Anschlusstreffer der Gäste zum 1:2, bedingt durch einen eigenen Fehler, noch alles aus der Hand zu geben.“
Doch der Reihe nach: In einer ausgeglichenen erste Hälfte mit schnellen Aktionen auf beiden Seiten und gut stehenden Abwehrreihen hatte Niklas Fasshauer die Platzherren mit dem Pausenpfiff in Front gebracht (45.+1).
Nach Wiederbeginn entfachten die Heidmühler noch mehr Druck, ließen jedoch dabei zu viele Torchancen aus. So erhöhte Dardan Jashari nach einer schönen Kombination über Tarek El-Ali und Fasshauer erst in der 65. Minute auf 2:0.
„Wir hätten zu diesem Zeitpunkt schon locker 4:0 führen können, haben aber immer wieder vor dem Abschluss zu umständlich agiert, statt einfach mal abzuschließen – und sei es mit der Pike“, so Olbrys. Die Wende zum Schlechten leitete das 1:2 der Gäste durch Yakub Akbayram (70.) nach einem Ballverlust der Heidmühler im Mittelfeld ein. „Was dann passiert ist, war eine Katastrophe: Statt trotz des Gegentreffers ruhig weiterzuspielen, folgten sechs bittere Minuten auf Kreisklassen-Niveau“, bedauerte der HFC-Trainer.
Zwar hielt Torwart Sven Lühr gar einen nach Abstimmungsproblemen in der Defensive von Philip Müller verursachten Foulelfmeter. Doch schalteten die Heidmühler beim Abpraller zu spät, so dass Melles Michel Hüpohl das schmeichelhafte 2:2 markierte (73.). Und es kam noch dicker für die nun völlig verunsicherten Gastgeber, die es zuließen, dass Matthias Strehl den Ball nach einem Konter in aller Ruhe annehmen und sich eine Ecke vor dem 3:2 aussuchen konnte (76.).
Heidmühler FC: Lühr – Klische (87. Brunet), Müller, Titz, Orru - Schröder - A. Siebert (87. Kurzawa), Jashari, T. El-Ali, K. Siebert (81. Hedirovi)- Fasshauer.
Tore: 1:0 Fasshauer (45.+1), 2:0 Jashari (65.), 2:1 Akbayram (70.), 2:2 Hüpohl (73.), 2:2 Strehl (76.).
Bes. Vorkommnis: Lühr hält Foulelfmeter (73.).
