Delmenhorst - Seit dem 4. April diesen Jahres ist der SV Atlas Delmenhorst wieder zurück auf der Fußballbühne des Landkreises. Der ehemalige Regionalligist kickt zur Zeit in der 1. Kreisklasse. Von der großen Strahlkraft der Vergangenheit hat der Verein nur wenig eingebüßt.

Dennoch bringt dieser Hype nicht nur Vorteile für die Delmenhorster. Um einen Konsens auf die jüngsten Vorfälle zu finden, trafen sich an diesem Donnerstag SVA-Verantwortliche mit Vertretern des Fußballkreises und dem Spielausschuss zu einem klärenden Dialog.

Zuletzt stand vor allem eine Auflage des Spielausschusses zur Bereitstellung von drei Ordnern des SV Atlas zu dessen Auswärtspartien im Blickpunkt. Auslöser dafür war das Auswärtsspiel der Delmenhorster beim TSV Ippener vor knapp zwei Wochen. Das ungewöhnlich hohe Zuschaueraufkommen von knapp 200 Gäste-Fans sorgte auf der Ippeneraner Sportanlage für Probleme. Schiedsrichter Murat Turan musste für Ruhe sorgen, „weil Atlasfans betrunken mit Bierflaschen zu dicht am Spielfeld standen.“

Der Spielausschuss verhängte daraufhin die Strafe, und die Delmenhorster lehnten gleich zweifach ab. „Ordner kosten uns Geld, sowas macht keiner mehr umsonst, da finden wir niemanden“, ärgerte sich Atlas’ Team-Manager Thomas Hebgen.

Doch auch im vorherigen Saisonverlauf waren die Partien des SVA bereits Auslöser für Probleme. Während der Saisonvorbereitung im Test gegen den VfB Oldenburg wurden vereinzelt rassistische Äußerungen auf den Rängen vernommen. Atlas distanzierte sich von dem Verhalten dieser „Besucher“ und schlug im Gespräch mit der Polizeiinspektion Delmenhorst vor, eigene Ordner bei Auswärtsspielen innerhalb von Delmenhorst hinzuziehen.

Beim Punktspiel gegen RW Hürriyet waren Ordner zwar anwesend, unternahmen jedoch nichts, um „Affengeräusche“ aus dem Block der Atlas-Fans zu unterbinden. Der Vorsitzende des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, Hartmut Heinen, erlebte den Vorfall live im Stadion mit: „Die Geräusche hielten bis zum Schluss an. Ich habe diesen Vorfall dem NFV gemeldet.“

Die anderen genannten Vorkommnisse wird das Gremium aus Vorstand und Spielausschuss in einem noch undatierten Treffen bewerten.

Atlas Team-Manager Thomas Hebgen war sichtlich zufrieden mit dem Ausgang des Gesprächs: „Es ist genauso unser Bestreben, gemeinsam eine Lösung zu finden. Das war heute ein erster Fortschritt.“ Auch Heinen sah den guten Willen der Delmenhorster: „Ich habe heute die Sorgen und Nöte der Atlas-Verantwortlichen zur Kenntnis genommen. Auf dieser Basis können wir nun guten Gewissens weiterarbeiten.“

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland