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NWZonline.de Sport

Er lebte Fußball wie kaum ein anderer

07.02.2019

Herten /Oldenburg Er prägte den Fußball-Bundesligisten Schalke 04, hat aber auch in Oldenburg und Bremen deutliche Spuren hinterlassen: Schon zu Lebzeiten war er als mächtiger Manager, der Schalke als sein Lebenswerk betrachtete, eine königsblaue Legende. Nun ist Rudolf „Rudi“ Assauer, der seit Jahren an Alzheimer litt, am Mittwoch im Alter von 74 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Familie. Er hinterlässt zwei Töchter, Katy und Bettina.

„Das ist ein trauriger Tag“, sagte Klaus Berster, Präsident des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg, bei dem Assauer von 1990 bis 1993 als Manager gearbeitet hatte. Zu jener Zeit spielte der VfB in der 2. Bundesliga und verpasste in der Saison 1991/92 nur knapp den Aufstieg ins Oberhaus. „Ich verbinde wunderbare Erlebnisse mit Rudi. Er hatte sicher eine harte Schale, aber darunter ein ganz weiches Herz“, sagte Berster, der auch damals Präsident des Vereins gewesen war. Im vergangenen Jahr habe er Assauer vier- oder fünfmal besucht, sagte Berster: „Und jedes Mal war ich doch erschrocken, wie sich sein Zustand weiter verschlechterte.“

„Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich“, lautet einer der bekanntesten Sätze Assauers. In zwei Amtszeiten (1981 bis 1986 und 1993 bis 2006) war er insgesamt 18 Jahre lang für den Revierclub als Manager tätig. Der große Erfolg stellte sich aber erst ein, als ihn der damalige Präsident, „Sonnenkönig“ Günter Eichberg, in höchster Not im April 1993 holte. Schalke lag finanziell am Boden, es drohte der Lizenzentzug. In mühsamer Kleinarbeit gewannen Assauer und seine Vorstandskollegen in den Folgejahren das Vertrauen der Banken und Sponsoren zurück und legten damit die Basis für den späteren sportlichen Erfolg.

In der Saison 1995/1996 schaffte das Team mit Trainer Jörg Berger den Einzug in den Uefa-Pokal. Und Assauer gelang nach der ersten, siegreichen Europacup-Runde gegen Roda Kerkrade der entscheidende Coup: In einer Nacht- und Nebelaktion überzeugte er den damals unbekannten Trainer Huub Stevens, von Kerkrade nach Schalke zu wechseln.

Mit dem knorrigen Niederländer und dessen Motto „Die Null muss stehen“ eroberten die „Eurofighter“ um Olaf Thon und Marc Wilmots Europas Stadien. Der Höhenflug endete mit dem Uefa-Cup-Sieg bei Inter Mailand am 21. Mai 1997 – bis heute der größte Erfolg der Clubgeschichte. Fast wäre auch der größte Traum in Erfüllung gegangen, als Schalke 2001 kurz vor dem Gewinn der achten deutschen Meisterschaft stand, ehe Bayern München den Königsblauen den Titel mit dem 1:1-Ausgleich in der Nachspielzeit in Hamburg noch wegschnappte. Die Tränen nach dem letzten Spiel im Parkstadion, als Fans und Spieler nach dem Sieg gegen Unterhaching bereits den Platz stürmten und den vermeintlichen Titel feierten, gingen um die Welt. Die „Meister der Herzen“ waren geboren.

Eine Woche nach dem Tiefpunkt gewann das Team den DFB-Pokal, im Jahr darauf wiederholten die Königsblauen den Triumph in Berlin. Im Siegesrausch ließ Assauer einst den „Pott“ fallen, und das Stück musste restauriert werden. Als Vermächtnis hinterließ Assauer auch sein „Baby“, die Schalke-Arena. Das seinerzeit modernste Stadion mit herausfahrbarem Rasen und schließbarem Dach wurde im August 2001 eingeweiht.

Am 17. Mai 2006 kam er seiner Abberufung durch den Aufsichtsrat zuvor und trat als Manager zurück. 2012 machte er seine Erkrankung öffentlich, auch in der Biografie „Wie ausgewechselt – verblassende Erinnerungen an mein Leben“ und einer TV-Dokumentation. Zweimal war Assauer verheiratet. Die Ehe mit Ingrid Assauer wurde erst 2007 geschieden, da lebten die beiden aber schon viele Jahre getrennt. So war er einige Jahre mit der Schauspielerin Simone Thomalla liiert. Die 2011 geschlossene Ehe mit der 21 Jahre jüngeren Britta Idrizi endete nach zwei Jahren in einem Fiasko und Streitereien vor Gericht.

Als Spieler war er in der Bundesliga für Borussia Dortmund (mit dem BVB gewann er 1966 den Europapokal der Pokalsieger) und Werder Bremen aktiv. In Bremen spielte er von 1970 bis 1976, ehe er mit 32 Jahren seine Laufbahn beendete. Der damalige Werder-Präsident Franz Böhmert machte Assauer zum jüngsten Manager in der Bundesliga. Und nachdem Assauer 1975 kurz unter dem Trainer Otto Rehhagel bei Werder gespielt hatte, holte er ihn 1981 nach Bremen zurück. Es folgte eine Glanzzeit für Werder, Rehhagel blieb bis 1995. Assauer indes verließ Bremen kurz nach der Rehhagel-Verpflichtung in Richtung Schalke.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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