HERZOGENAURACH - HERZOGENAURACH/SID - Sicher, Jens Lehmann hat auch schon viele Elfmeter gehalten. Juan Roman Riquelme wird das bestätigen können – der argentinische Spielmacher scheiterte unlängst im Halbfinale der Champions-Liga am Torwart von Arsenal London. Die deutsche Nationalmannschaft sollte es im Viertelfinale gegen Argentinien (17 Uhr/ARD) trotzdem nicht auf diese Art der Entscheidung ankommen lassen: Roberto Abbondanzieri – Schlussmann des Gegners – ist ein Elfmetertöter.
Im Weltpokalfinale 2003 scheiterten die Milanisti Andrea Pirlo und Alessandro Costacurta an „Abbo“, die Boca Juniors gewannen 3:1 im Elfmeterschießen. Im Jahr darauf führte er seinen Club fast im Alleingang ins Finale der Copa Libertadores, der Champions-Liga Lateinamerikas. Auf dem Weg dahin hielt er drei Elfer, in der Runde der letzten Acht verwandelte er den entscheidenden. Auch im Finale scheiterten zwei Schützen am 33-Jährigen – dennoch unterlag Boca mit 0:2.
„Mir wäre es schon lieber, wenn die Mannschaft das Spiel nach 90 Minuten entscheiden könnte“, sagte Abbondanzieri mit Blick auf das Duell in Berlin: „Aber wenn es doch zum Elfmeterschießen kommt, bin ich bereit.“
Wie Argentinien hat die DFB-Auswahl jedes seiner drei Elfmeterschießen bei Weltmeisterschaften gewonnen. „Wir sind guten Mutes, ohne weiterzukommen – aber wenn es denn sein muss, dann eben mit Elfmeterschießen“, sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Auch Torhüter Jens Lehmann schließt den Krimi vom Punkt nicht aus. „Wenn beide Mannschaften so gut organisiert spielen, wie sie es bisher getan haben, ist das schon möglich“, sagte 36-Jährige.
Dreimal mussten DFB-Teams bei Weltmeisterschaften ins nervenaufreibende Duell nach der Verlängerung, dreimal gab es einen Sieg. Im WM-Halbfinale 1982 gewann das Team 8:7 gegen Frankreich, 1986 musste im Viertelfinale Gastgeber Mexiko beim 4:1 dran glauben, 1990 war England mit 5:4 an der Reihe. Insgesamt liefen deutsche Nationalspieler 14-mal an, nur einer traf nicht: Uli Stielike 1982 gegen Frankreich.
