Jever/Schortens - Sie können es doch noch: Die Landesliga-Handballer der HG Jever/Schortens haben am Samstag gegen den Tabellenfünften TS Hoykenkamp einen Punkt geholt. 32:32 leuchtete der Spielstand am Ende der Partie von der Anzeigetafel in der Sporthalle an der Jahnstraße. Etwa 70 Zuschauer verloren sich auf der Zuschauertribüne. Dabei hätte allein die kämpferische Einstellung der Gastgeber mehr verdient gehabt.
War das der ersehnte Befreiungsschlag?
Enno Bruhnken, der aktuell ohne den aus gesundheitlichen Gründen fehlenden Jörg König die Verantwortung an der Seitenlinie trägt, hat auf diese Frage eine klare Antwort: „Ja, auf jeden Fall. Das ist das, was wir gebraucht haben. Es hat uns allen vor Augen geführt, dass uns das, was wir im Training machen, auch wirklich etwas bringt. Die Jungs haben das gut umgesetzt.“ Gemeint ist dabei vor allem das Tempospiel auch nach Gegentreffern. „Wir wussten, das Hoykenkamp immer Sebastian Rabe auswechselt. Und André Haake kann keine 60 Minuten vor und zurück rennen“, erklärt Enno Bruhnken mit Blick auf die beiden Leistungsträger der Turnerschaft. Ein anderer Routinier auf dem Platz konnte das allerdings schon. Jan Bergmann war immer der Erste auf dem Weg nach vorne und traf dabei zehn Mal – eine ganz starke Leistung des HG-Kreisläufers.
War sogar mehr für die HG drin?
Angesichts der Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit scheint der Wunsch nach zwei Punkten ein wenig vermessen. Doch Enno Bruhnken muss auch diese Frage klar bejahen. Denn gleich sechsmal scheiterte die HG vom Siebenmeterpunkt an TS-Torwart Gregor Kleefeldt. Als klarer Sieger in Sachen Moral ging seine Mannschaft dennoch vom Feld. Denn gleich zu Beginn des Spiels lief die HG schnell einem Rückstand von fünf Toren hinterher und schaffte es vor der Pause sogar, diesen noch in einer Zwei-Tore-Führung zu drehen (14:12/27. Minute). Und auch im zweiten Durchgang ließ sie der Gastgeber auch bei einem Vier-Tore-Rückstand (23:27/48.) nicht entmutigen, sondern kämpfte sich verbissen wieder heran. Lennart Giljan sorgte vier Sekunden vor der Schlusssirene für den 32:32-Endstand und den erlösenden Punktgewinn.
Wer waren die entscheidenden Akteure?
Neben Jan Bergmann verdiente sich auch Youngster Marnix Palum gute Noten. Und selbst Coach Enno Bruhnken dürfte mit seiner Ruhe auf der Bank einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, indem er eben nicht kopflos mit Time-Outs agierte, sondern seinen Jungs einfach nur vertraute.
