Jever/Neuenburg - Leer ausgegangen sind am Wochenende die beiden friesischen Teams in der Handball-Landesliga.

Frauen: HG Jever/Schortens - Vorwärts Nordhorn 32:33. In diesem von vielen Tempogegenstößen gekennzeichneten Spitzenspiel geizten beide Teams wahrlich nicht mit Toren. „Wir hätten dem Tabellenführer durchaus die erste Saisonniederlage zufügen können und uns in diesem Duell auf Augenhöhe zumindest einen Punkt verdient gehabt“, lautete das Fazit von HG-Betreuerin Birgit Graalfs.

Dass es dazu knapp nicht kam, lag an der unterm Strich durchwachsenen Chancenverwertung der Gastgeberinnen. „Wir haben uns vor allem in der ersten Hälfte gegen die starke gegnerische Torfrau schwer getan“, sagte Graalfs.

Auch nach dem Seitenwechsel (16:19) war das Team von HG-Trainer Markus Dröge einem Rückstand hinterhergelaufen und sah beim 29:33 (55.) schon wie der Verlierer aus. Doch die zuvor auf eine 5:1-Formation umgestellte Abwehr der Gastgeberinnen packte noch beherzter zu, während sich im Angriff der Schachzug, Swantje Kolbusch auf Rückraum Mitte zu stellen, auszahlte. Mit drei Treffern in Folge verkürzte die HG auf 32:33 und hatte nach einer Balleroberung in den letzten zehn Sekunden sogar noch die Chance auf den Ausgleich. Doch ein riskanter langer Ball in die Spitze fand seine Abnehmerin nicht.

Männer: TV Dinklage - HSG Neuenburg/Bockhorn 43:21. Weiter im freien Fall in Richtung Weser-Ems-Liga befindet sich die von personellen Engpässen arg gebeutelte Mannschaft von HSG-Trainer Bernd Frosch, der zuletzt – wie berichtet – in Kevin Langer auch noch seinen gefährlichsten Werfer an die HSG Varel-Friesland abgeben musste. Nach der hohen Pleite im Kellerduell gegen Dinklage hat das Schlusslicht nun vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

„Ohne unsere wichtigen Stammkräfte waren die übrigen Spieler vollkommen überfordert“, bilanzierte HSG-Torwart Florian Prill ernüchtert und sprach das Manko deutlich an. „Vor allem in der zweiten Hälfte haben wir die Köpfe zu sehr hängen lassen, so dass Dinklage mit unserer pomadigen Angriffsleistung leichtes Spiel hatte und die Partie über die erste Welle deutlich für sich entscheiden konnte.“

Zwar hatten sich die Gäste nach einem kapitalen Fehlstart (1:8/10.) etwas gefangen. Doch als Steffen Silk bereits in der 32. Minute mit der dritten Zeitstrafe disqualifiziert wurde, nahm das Unheil aus HSG-Sicht seinen Lauf. Technische Fehler und Fehlwürfe luden die Dinklager Flügelflitzer zum Kontern ein. Über 24:13, 29:16 und 33:20 war die Messe bereits frühzeitig verlesen.