• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Sport

Hilfe, wie finde ich einen Tanzpartner?

05.01.2017

Oldenburg Tolle Tanzkurse gibt es in Oldenburg und umzu zur Genüge. Man muss sich nur entscheiden können. Einen geeigneten Tanzpartner zu finden, ist hingegen ein leidiges Thema – vor allem für Singlefrauen, wie in vielen Kursen zu hören ist: Wer tanzt mit, wenn nicht mehr bei herausspringt als eine Freundschaft? Aber auch wer in einer festen Beziehung ist, hat es oft nicht besser: Der Partner spielt womöglich lieber Fußball oder Hockey. Und der beste Freund würde gerne mittanzen, darf aber nicht, weil die Liebste eifersüchtig wird. Es ist ein Dilemma!

Kein Wunder also, dass in der Facebook-Gruppe „Tanzpartner/in in Oldenburg gesucht“ einige mehr oder weniger verzweifelte Hilferufe zu lesen sind:

 „Ich suche immer noch einen netten Mann zwischen 45 und 55 Jahren, ab 1,82 Meter groß, der gerne das Tanzbein schwingt und mit mir einen Discofox-Grundkurs wagen möchte. Ich nehme auch gerne ,Teddys’. – Nur Mut, ich beiße nicht!“

„Hallo an die Männer hier in der Gruppe. Gibt es hier einen netten Herrn, der wie ich Lust hat, regelmäßig unter Anleitung zu tanzen? Bei der Entscheidung, welcher Tanzstil, bin ich eigentlich ganz flexibel. Hauptsache tanzen.“

 „Seit längerem verfestigt sich für mich der Wunsch, das Paartanzen zu erlernen. Nach Aussagen lokaler Tanzschulen ist eine Tanzpartnerin unbedingt erforderlich. Ich suche also eine Partnerin, die ambitioniert, sportlich und offen für verschiedenste Tanzformen ist.“

„Frauen sind zu anspruchsvoll“

Tatsächlich ist es schwierig, sich ohne festen Tanzpartner zu einem Kurs anzumelden – obwohl die Schulen in Oldenburg Singles bei der Suche unterstützen. Gab es früher oft spezielle Kurse für Alleinstehende, fokussieren die Tanzschulen sich heute auf die Vermittlung von Paaren - denn: Singlekurse funktionieren nicht. Diese Erfahrung hat zumindest die Tanzschule Beyer in Oldenburg gemacht. „Das Problem ist, dass Frauen meist wählerischer sind als Männer“, sagt Inhaber Ralf Beyer. „Sie kommen einmal zum Kurs und sagen sich: Ach ne, da ist keiner dabei. Dann können wir nicht weiter unterrichten, weil die Frauen fehlen.“

Carina Schiefbahn (Foto: Oliver Perkuhn)

Darum vermittelt seine Kollegin Carina Schiefbahn die Einzeltänzer in ihrer Datenbank – mit viel Mühe: „Leider ist das oft nicht so erfolgreich“, sagt die Tanzlehrerin. Das Problem: „Die Frauen sind zu anspruchsvoll.“ Oft suchen Frauen zwischen 40 und 70 mit viel Tanzerfahrung nach einem geeigneten Tanzpartner. Viele Männer, die sich anmelden, haben aber keine oder wenig Erfahrung. Gaby Wienholt (62), die mit Schwester Martina (60) die Schule Wienholt betreibt, hat schon viele Paare erfolgreich vermittelt und analysiert die Tücken so: „Zunächst sind Frauen meistens flexibler, wenn es um einen Tanzpartner geht“, meint Gaby Wienholt. Jünger, älter, dicker, dünner – das sei erst mal egal. „Ihnen geht’s mehr ums Tanzen.“ Oft seien die Frauen liiert, der eigene Mann habe aber keine Lust.

Tanzende Schwestern: Martina und Gaby Wienholt (Foto: Inga Wolter)

„Bei Männern ist es schon öfter so, dass sie nicht nur eine Tanzpartnerin, sondern eine Freundin suchen“, sagt Martina Wienholt. Das merke man auch in den Vorgesprächen. „Männer fragen dann zum Beispiel nach der Haarfarbe“, erzählt Schwester Gaby. „Sie wollen oft eine Partnerin, die zehn Jahre jünger ist.“ Nach der ersten, unverbindlichen Tanzstunde springen aber häufiger die Frauen ab. „Manche beschweren sich sogar bei mir“, sagt Gaby Wienholt. Vor allem Frauen, die schon länger tanzen, wollten einen möglichst gut aussehenden Mann, der führen kann. Gaby Wienholt habe aber ein gutes Händchen, bestätigt ihre Schwester Martina. Sie wisse, welche Teilnehmer sich sympathisch sein könnten. Schließlich habe es in 20 Jahren schon öfters zwischen Tanzpartnern gefunkt.

Warum gibt es so wenig tanzende Männer? „Die Schwellenangst ist größer“, meinen die Oldenburger Tanzlehrerinnen Gaby und Martina Wienholt. Männer seien schüchterner, setzten sich selbst unter Druck: Was, wenn sie das Führen nicht hinbekommen? Oder sie jemand bloßstellt? Die Schwestern vermuten, dass diese Tanzverdrossenheit auch auf die deutsche Tanzkultur zurückzuführen sei. „Wir sind preußisch geprägt, an zackige Rhythmen gewöhnt“, sagt Gaby Wienholt. Weiche Hüftbewegungen wie beim Salsa seien für viele Männer darum erst einmal befremdlich. Aber die Tanzlehrerinnen wissen auch: „Oft sind die Männer, die von ihrer Frau zwangsweise zur Tanzstunde geschleppt wurden, am Ende die Begeisterten.“

Das berichtet auch Björn Gehrmann von der Tanzschule Gehrmann: „Wir sind regelmäßig bei weit mehr als zehn Hochzeiten pro Jahr eingeladen, die sich aus unseren Kursen ergeben.“ Gehrmann bietet stufenübegreifende „Single-Tanztreff-Termine“ an, bei denen sich Frauen und Männer – egal welchen Alters oder tänzerischen Niveaus – beschnuppern können. Dabei versuche die Schule, ein annähernd ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern herzustellen. Denn trotz aller Bemühungen können die Tanzlehrer den Kern des Problems nicht lösen: Es gibt in Deutschland viele tanzwütige Frauen und viele tanzfaule Männer! Neben den Tanztreffs bietet Gehrmann eine Partnersuche auf der eigenen Homepage an. Sowohl die Anzeigen als auch die Antworten darauf bearbeitet die Tanzschule persönlich in Absprache mit dem Kursteilnehmer. Auch führt Gehrmann eine Kartei, in der über 400 Frauen und 100 Männer als mögliche Tanzpartner verzeichnet sind.

Jahrmarkt der Möglichkeiten

Wer selbst auf die Pirsch gehen will, findet im Netz geradezu einen Jahrmarkt der Möglichkeiten. In Facebook-Gruppen wie „Tanzpartner/in in Oldenburg gesucht“ oder „Salsa Tanzpartner Oldenburg“ kann man nach einem Tanzpartner fahnden oder selbst einen Aufruf hinterlassen. Der Vorteil: Hier kann man je nach Profileinstellungen schon früh mehr über den möglichen Mittänzer erfahren als nur Alter, Größe und bisherige Tanzkarriere. Auch Onlinebörsen oder Foren wie „Dancenow“, „Tanzpartner.de“ oder „Tanzpartner Oldenburg“ bieten ihre Kupplerdienste an. Zum Teil sind dort aber wiederum vorwiegend suchende Frauen angemeldet. Mit etwas Glück entdeckt man jedoch jemanden aus dem eigenen Wohnort oder aus der Nähe.

Allerdings ist kein Dritter „dazwischengeschaltet“, der die Vermittlung prüft und moderiert. „Ich weiß nicht, wie erfolgsversprechend es ist, wenn sich niemand live kümmert“, meint Tanzlehrer Ralph Beyer. „Ich glaube, wenn da so eine Carina hinter steht, ist das besser, vor allem für die Frauen.“ Gaby Wienholt formuliert es noch deutlicher: „Von Anzeigen rate ich Frauen ab. Da melden sich oft komische Männer drauf.“ Man solle lieber im Freundeskreis oder bei der Arbeit herumfragen. Oder mal auskundschaften, wer im Bekanntenkreis gerade frisch getrennt ist und etwas Neues wagen will. „Man sollte die Fühler überall ausstrecken, sein Vorhaben im ganzen Freundeskreis streuen“, rät auch Carina Schiefbahn.

Hier finden Sie alle Folgen der Serie „Inga tanzt durch Oldenburg“

Aber auch auf altmodischere Weise – von Angesicht zu Angesicht – kann man fündig werden: Der Tanzclub Oldenburg und die Abteilung Partytanz des Tanz-Turnier-Clubs (TTC) laden einmal im Jahr in der Aula der Waldorfschule in der Stedinger Straße zur Tanzpartnerbörse ein. Dort können sich Tänzer aller Alters- und Leistungsklassen nach einem Tanzpartner umschauen. Der nächste Termin ist am 21. April um 20 Uhr.

Ältere Generationen treffen sich zum Tanztee im Hotel Wöbken, sonntags zwischen 15 und 19 Uhr, zwischen Sahnetörtchen und Schallplatten. 120 Gäste „zwischen 50 und 100 Jahren“, wie es heißt, kehren dort regelmäßig ein - auch eine Möglichkeit, einen Tanzpartner oder vielleicht sogar Lebenspartner zu finden. Allerdings: „Bei den Tanzpartnerbörsen, die ich seit 2007 veranstalte, war das Geschlechterverhältnis immer 1 zu 5“, sagt Dirk Volkmann. Auf der Webseite des Tanzclubs Oldenburg unter „TP Börse“ sind die Seiten „Sie Sucht“ und „Er Sucht“. Hier können sich Suchende kostenlos und unverbindlich eintragen lassen.

(Foto: Imago)

Die Tanzpartnersuche mit der Suche nach einem Lebensgefährten gleichzusetzen – davor aber warnt Carina Schiefbahn: „Viele Männer verwechseln Tanzpartner-Vermittlungen mit Kontaktanzeigen. Sie sollten da nicht so viel hineininterpretieren. Für Frauen ist das sehr ärgerlich.“ Auch andersherum passiere das aber schon mal. Von unangenehmen Situationen oder gar Stalking hat sie aber noch nicht gehört. Und natürlich kommt es auch vor, dass sich über das Hobby ein Pärchen findet: „Manche Tänzer lernen sich lieben“, sagt Beyer.

Für die erfolgreiche Suche nach einem Tanzpartner ist es sicher am besten, alle Register zu ziehen und über mehrere Kanäle suchen – in der Tanzschule ein Formular auszufüllen, online nach einem Partner zu schauen, bei Tanzpartys Kontakte zu knüpfen und sich im Freundeskreis umzuhören. Je mehr Leute vom Tanz-Vorhaben wissen, desto eher sagt vielleicht mal jemand: „Ich kenne da jemanden, der sich auch anmelden will.“ Oder man ist sofort an der richtigen Adresse: „Ich möchte auch tanzen. Wollen wir nicht zusammen...?“

Sie haben noch einen Tipp, wie man in unserer Region einen Tanzpartner finden kann? Dann melden Sie sich unter inga.wolter@nwzmedien.de - und wir ergänzen diesen Artikel mit Ihren Informationen.

Hier finden Sie alle Folgen der Serie „Inga tanzt durch Oldenburg“