Hjørring - Ganz so hart wie die Jungs aus Ulan Bator dürften sie nicht mit den hohen Temperaturen zu kämpfen haben. Schließlich gilt die mongolische Metropole mit einem Jahresdurchschnitt von -2 °C als kälteste Hauptstadt der Welt. Aber die Fußballerinnen aus dem Kreis Cloppenburg werden in Hjørring ebenfalls mächtig ins Schwitzen kommen. Schließlich wird es auch in Dänemark in den nächsten Tagen heiß, und die Mädchen der Jahrgänge 2004 bis 2006 sind nicht in den Norden Jütlands gefahren, um Urlaub zu machen. Sie sind beim laut Gastgeber drittgrößten Jugendfußballturnier der Welt mit mehr als 1100 Teams und etwa 23 000 Teilnehmern in verschiedenen Altersklassen dabei. Die 36 NFV-Kreisauswahlspielerinnen, die von sieben Trainern/Betreuern begleitet werden, sind bei den Girls-12 (G-12) und Girls-14 (G-14) vertreten.
Der Dana-Cup fand 1982 zum ersten Mal statt. Damals waren „lediglich“ 220 Mannschaften dabei. Inzwischen ist er nach Auskunft des Veranstalters Dänemarks größtes Sportereignis.Das Turnier gilt als das internationalste der Welt. Kommen doch 90 Prozent der teilnehmenden Teams nicht aus dem Gastgeberland Dänemark.Die Teilnehmer sind zwischen elf und 19 Jahren alt. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen wird in Schulgebäuden untergebracht. Traditionell geht das Turnier Ende Juli über die Bühne. Die Spielzeit beträgt bei den Älteren 2x25 und bei den Jüngeren 2x20 Minuten.
Der Kreis Cloppenburg ist bereits zum fünften Mal in Folge in Hjørring mit Auswahl-Mannschaften vertreten. Und die Talente haben jedes Mal eine gute Figur bei dem Mammut-Turnier gemacht.
Tradition hat auch schon, dass die Cloppenburger Teams von Gastspielerinnen aus den USA verstärkt werden. Diesmal sind drei Talente von der befreundeten National Soccer Academy in den Cloppenburger Reihen zu finden.
Gefunden wurden zuvor auch wieder engagierte Eltern und Betreuer, ohne die die Dänemark-Reise in fünf „Bullis“ nicht möglich wäre, und ein Sponsor: Engelbert Kokenge von T-Beton aus Bösel unterstützt die Teams.
Und die sind schon ins Turnier gestartet: Das Cloppenburger G-14-Team setzte sich am Dienstagmorgen mit 3:1 gegen die norwegische Mannschaft Fana IL FB durch. Auch die weiteren Vorrunden-Gegner kommen aus Norwegen: Lillehammer FB und Midtbygdens IL.
Die Girls-12 aus dem Landkreis Cloppenburg mussten sich hingegen ihrem Vorjahres-Finalgegner geschlagen geben. Dem starken weißrussischen Team Minsk FC unterlagen sie 1:3. Stathelle og Omegn IL (Norwegen) und die Lokalmatadore von Fortuna Hjørring spielen ebenfalls in dieser Gruppe.
Beim Dana-Cup geht es ja aber nicht nur um Tore, sondern auch um Völkerverständigung. In diesem Punkt sind die Cloppenburgerinnen schon alleine durch den traditionellen Spielertausch mit den US-Amerikanerinnen weit vorne. Abzuwarten bleibt nur, wo sie in sportlicher Hinsicht landen. Sollten sie im heißen Hjørring vor des Gegners Tor einen kühlen Kopf bewahren und eiskalt abschließen, dürfte für sie wieder einiges möglich sein . . .
