HöLTINGHAUSEN/GARREL - HÖLTINGHAUSEN/GARREL - Die Sieger schleichen mit gesenkten Häuptern vom Feld, während die Verlierer von ihrem Publikum mit Applaus in die Kabine verabschiedet werden. Der Schlussakt beim Oberliga-Derby zwischen den Handballerinnen des SV Höltinghausen und des BV Garrel (16:18) war symptomatisch für das, was sich in den 60 Minuten zuvor abgespielt hatte. Der weiterhin punktlose Aufsteiger SVH bemühte sich nach vier deftigen Klatschen in Folge redlich, während der haushohe Favorit BVG eine – für seine Verhältnisse – katastrophale Vorstellung ablieferte. Nach dem 1:0 durch die in der Folge blasse Evelyn Musche gingen die Garrelerinnen erst 14 Minuten vor Schluss das zweite Mal in Führung (15:14).
„Gegen jeden anderen Gegner hätten wir heute verloren“, erklärte Garrels Trainer Andreas Espelage nach dem Spiel. Ohne seine ehemaligen Schützlinge beleidigen zu wollen, traf er damit den Nagel auf den Kopf. Denn der konditionell früh abbauende SVH hatte nach einer 11:8- Pausenführung in den zweiten 30 Minuten nur noch fünfmal getroffen. Vor allem nach dem moralisch wichtigen Ausgleich zum 15:15 durch die starke Birte Scheper (53.) fehlte den Gastgeberinnen schlicht und ergreifend die Kraft, das Steuer noch einmal herumzureißen. Die körperlich überlegenen Garrelerinnen kamen in der Schlussphase vor allem durch Tempogegenstöße zum Erfolg. Sie waren durch Tore von Maren Bohmbach, Anne Kettmann und Dorothee Meyer auf 18:15 davongezogen, ehe Katrin Schumacher mit dem 16. SVH-Treffer den Schlusspunkt unter eine engagierte Vorstellung setzte. „Wir wollten Garrel ein wenig ärgern, das ist uns gelungen. Mit mehr Glück wäre ein Punkt herausgesprungen“, analysierte Betreuer Markus Meyer.
Neben einem über weite Strecken überheblichen Auftritt hatten die Gäste mit überhasteten Würfen die starken SVH-Torhüterinnen Jennifer Hempen und Manuela Meyer von Beginn an regelrecht warm geworfen.
Darüber hinaus hatte deren Gegenüber Stefanie Aumann nicht ihren besten Tag erwischt – erst als Routinier Astrid Benoni nach rund 15 Minuten den Garreler Kasten hütete, wurde es besser. „Einige haben sich nur mit der Frage beschäftigt, wie hoch wir hier und heute gewinnen. Und dann spielt sich der SV Höltinghausen auch noch in einen regelrechten Wahn“, lautete das bittere Fazit von Andreas Espelage.
