Westerstede - Von Ferien keine Spur: Ein großes Transparent zwischen Bäumen weist darauf hin, dass auf der Westersteder Hössen derzeit die „30. Budo-Sommerschule“ des Niedersächsischen Dan-Kollegiums (NDK) geöffnet ist. Doch nicht nur die rund 70 Erwachsenen, Kinder und Jugendlichen, die aus der gesamten Bundesrepublik kommen und sich in den japanischen Kampfkünsten weiterbilden, schwitzen derzeit im Sportzentrum. Auch Mitglieder der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Spina bifida (Rückenkrankheit) und Hydrocephalus (Störung des Gehirnwasserkreislaufs) gehören zu den Gästen der Einrichtung.
„Während der Schulzeit kommen von montags bis freitags Schulklassen, an den Wochenenden und in den Ferien gehören Arbeitsgemeinschaften, Vereine und Gruppen zu unseren Gästen“, sagt Jens Rößler, Betriebsleiter des Hössensportzentrums in Westerstede. Eine gute Mundpropaganda, die lange Tradition als vielfältiges Sportzentrum, das weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt sei, und der moderne Internetauftritt sorgten für eine gute Auslastung des Hauses. Seien 2014 15623 Übernachtungen gezählt worden, so rechne man in diesem Jahr mit rund 17 000. 2016 erhoffe man sich einen weiteren Anstieg der Gästezahlen, so Rößler.
Zukunftsüberlegungen
„In den vergangenen Jahren haben wir nicht nur die Gebäude modernisiert, sondern haben auch unsere Arbeit z.B. durch eine neue Buchungssoftware weiter professionalisiert. Außerdem haben wir mit unserer Großküche, die nicht nur die Gäste des Hössensportzentrums verpflegt, sondern auch Essen an Westersteder Schulen liefert, ein weiteres Standbein geschaffen“, sagt Rößler. „Mit unseren 34 Mitarbeitern sind wir gut aufgestellt.“
Vorstellungen gäbe es, wie man das Hössensportzentrum weitentwickeln könne, das über mehrere Fußballplätze, eine Leichtathletikanlage, ein Beachvolley- und Handballfeld, zwei Sporthallen, Joggingstrecken, Tagungsräume, eine Skateranlage sowie ein Hallen- und Freibad verfügt, so Rößler weiter. Die Politik müsse entscheiden, ob man – wie es sich die Fußballer wünschten – die Naturrasenplätze der Hössen durch Kunstrasenplätze ersetze. Zu entscheiden sei auch, ob die Bettenzahl (142) durch ein weiteres Gästehaus aufgestockt werde. Bei Anfragen würde vermehrt nach Doppel- und Einzelzimmern gefragt. Wenn man dieses Kontingent ausbaue, könne man neue Gruppen ansprechen.
„Wir sind vom NDK gern und regelmäßig in Westerstede. Bereits seit Jahrzehnten bieten wir hier Budo-Sommerschulen an“, sagt Klaus-Dieter Bartels (Springe), Vorsitzender des Lehrwesens im Niedersächsischen Dan-Kollegium. Zusammen mit NDK- Präsident Wilken Bornemann (Schortens) und Vizepräsidentin Regina Intemann (Scheeßel) plante er die jetzige 30. Budo-Sommerschule.
Zwischen 7 bis 72 Jahre alt seien die Teilnehmer, die derzeit eine Woche lang als Anfänger, Fortgeschrittene oder Wettkämpfer von hochkarätigen Lehrern Wissen in den verschiedensten japanischen Kampfkünsten erhielten. Das Spektrum reiche von Schulungen in Judo bis Aikido, Fitness bis Sambo, Kata und Jiu-Jitsu bis hin zu Prüfungsvorbereitungen und Wettkampftechniken.
