Hohenböken - Da das Freibad in Ganderkesee wegen des Umbaus geschlossen ist, zieht es Familien und Kinder zu den Badeseen in der Gemeinde. Ein beliebter Treffpunkt ist der Sielingsee in Hohenböken. An Wochenenden mit schönem Wetter übernimmt die DLRG-Otsgruppe Ganderkesee dort den Wachdienst. „Am See ist zum Glück noch nie etwas passiert“, sagt Kristoff Braun, Technischer Leiter Einsatz bei der DLRG. Der See sei überschaubar und habe nur einen kleinen Strand.
Mehr Alkohol am See
Dennoch ist beim Baden Vorsicht geboten. Die Rettungsschwimmer der DLRG beobachten immer wieder Badegäste, die Bier trinken. „Der Alkoholkonsum am See hat zugenommen“, sagt Braun. Doch unter Alkoholeinfluss könne man sich im Wasser leicht überschätzen. Auch das Springen vom Steg ist verboten. „Das ist extrem gefährlich“, sagt Braun. Am Steg sei das Wasser flach, zudem sei der Wasserstand um etwa einen halben Meter gesunken.
Lenkt das Handy ab?
Ein Problem, das DLRG-Mitglieder an anderen Badestränden beobachten, hat der Einsatzleiter am Hohenbökener See noch nicht ausgemacht – nämlich Eltern, die mit ihrem Handy beschäftigt sind, statt auf die Kleinen im Wasser zu achten. Häufig sehe er Kinder mit Schwimmflügeln, die mit ihren Eltern spielen würden. „Ich habe festgestellt, dass die Eltern einen Blick auf die Kinder haben.“
Aufeinander achten
Am Falkensteinsee genossen am Dienstag viele Familien mit Kindern das schöne Wetter. Einen Wachdienst gibt es dort nicht. „Wir haben keinen bewachten Strand“, sagt Rieke Meiners vom Campingplatz. Da es sich um einen Natursee mit mehreren Buchten handele, sei es schwierig, ihn zu überwachen. „Auch wenn man noch so viele Wachtposten hat, kann man nicht alles im Blick behalten“, sagt Meiners. Wichtig ist aus ihrer Sicht deshalb, dass der eine Badegast auf den anderen achtet. „Das Miteinander ist gefragt.“ Dennoch haben Rieke Meiners und ihr Mann Rik Geiger den See im Blick: Bei heißem Wetter weisen sie die Badegäste darauf hin, dass sie sich wegen der Gefahr eines Hitzschlags vor dem Sprung ins Wasser nass machen müssen.
Selbst im Freibad ist nach Auskunft von Bäder-Chef Henry Peukert keine umfassende Sicherheit gegeben, so dass Eltern ihre Kinder im Auge haben sollten. Man dürfe sich nicht darauf verlassen, dass es Aufsichtspersonen gebe. „Wir können nicht jeden Winkel im Blick haben.“
Schwimmen ist wichtig
Wichtig ist für Peukert, dass Kinder schwimmen lernen. Früher habe jedes Kind bei der Einschulung schwimmen können, heute sei das nicht mehr der Fall. Verantwortlich dafür sind nicht nur Wartelisten für Schwimmkurse: „Das Freizeitverhalten hat sich verändert.“
Auch wenn es fast 40 Grad heiß wird: Kristoff Braun von der DLRG rät dringend davon ab, im See auf der Großen Höhe zu baden. Dort ist das Schwimmen verboten – und gefährlich: „Es geht dort ziemlich schnell steil runter“, sagt er. Außerdem gebe es gefährliche Schlingpflanzen.
